Vier Wünsche ans Universum

Ob es so etwas wie Schicksal oder Vorhersehung gibt, wird wahrscheinlich seit Beginn der Menschheit diskutiert. Ebenso die damit zusammenhängende Frage, ob Dinge nun durch Zufall geschehen oder nicht. Wie diese Fragen zu beantworten sind, muss jeder für sich entscheiden. Wobei ich persönlich nach der Lektüre von Erin Estrada Kellys Buch der Ansicht bin, dass es absolut kein Zufall sein kann, dass die herrlich schrägen Charaktere zueinander gefunden haben.

Unterschiedlicher als Virgil, die Schwestern Gen und Kaori sowie die gehörlose Valencia können Menschen kaum sein. Virgil, klein, zurückhaltend und ständig mit dem Gefühl beschäftigt in der falschen Familie zu sein, findet lediglich bei der geliebten Oma und Meerschwein Gulliver Trost. Alle um ihn herum sind fröhlich, laut und überschwänglich. Der Familienspitzname „Turtle“ offenbart Virgils Dilemma. Derweil seine Eltern und die quirligen Zwillingsbrüder vor Energie sprühen, ist er schon vom bloßen Beobachten erschöpft. Die pfiffigen Schwestern Gen und Kaori sind ebenfalls mit einem beachtlichen Energiepotential und zudem mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein und Kreativität ausgestattet. Um andere daran teilhaben zu lassen, betätigt sich Kaori als Wahrsagerin. Zu ihren ersten Kunden gehören Virgil und Valencia, die weniger unter ihrer Gehörlosigkeit leidet, als unter der Fürsorglichkeit ihrer Mutter und den Vorurteilen ihrer Mitschüler. Als der stets pünktliche und in allem sehr korrekte Virgil zu einem Termin bei Kaori nicht erscheint, ist den Mädchen klar, dass etwas passiert sein muss. Zusammen mit Valencia, die sich als gute Organisatorin und Mitdenkerin entpuppt, machen sich die Schwestern auf die Suche. Nicht ahnend, dass sie auch ein Meerschweinchen retten müssen.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 12 Jahre.

Entrada Kelly, Erin: Vier Wünsche ans Universum, DTV, 2018, € 14,95

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