Als die Grossen klein waren – Ein Album verschwundener Dinge!

Als Tante ist man, ob man will oder nicht, ein Relikt aus einer anderen Zeit. Dass der Altersunterschied zu den Eltern ausgesprochen gering ausfällt, ist meinen Nichten und dem Neffen noch nicht bewusst. Insgesamt lässt sich ein Interesse an Zeitbegriffen und dem Alter bestimmter Personen im Moment bei der ältesten Nichte (gerade fünf geworden) beobachten. Die Antwort auf die Frage, wie alt der angeheiratete Onkel sei (40) wurde prompt mit der Bemerkung: „Ganz schön alt, dann ist der ja fast tot.“ kommentiert. Ich, drei Jahre älter als besagter Onkel, durfte im Reich der Lebenden bleiben, wurde aber ausgiebig darauf hingewiesen, dass ich schon seeeehr alt sei.

Mit Blick auf den aktuellen Stand der Technik und meinen Fähigkeiten damit umzugehen bin ich in der Tat nahezu ein Dinosaurier. Für die Nichten und den Neffen ist das Smartphone schon jetzt ein Gegenstand, um deren Multifunktionalität sie sehr genau wissen. Ob das nun gut ist oder nicht, sei dahingestellt. Till Penzek und Julia Neuhaus tragen mit ihrem „Album verschwundener Dinge“ dazu bei, gemeinsam mit den Kindern in die Vergangenheit zu reisen und zu schauen, wie es früher war. Wehmütig und amüsiert stellt man dann fest, dass ein modernes Smartphone eine ganze Reihe verschiedener Geräte ersetzt. Zum Glück sind nicht alle davon ausgestorben. Die Taschenlampe erfreut sich in sämtlichen Varianten großer Beliebtheit. Der Reisewecker hingegen ist kaum noch anzutreffen. Diaabende finden heute allenfalls bei Oma und Opa statt, um den Enkeln zu zeigen, wie schön es früher war. Beim Blättern in diesem unterhaltsamen Buch können groß und klein wunderbar Geschichten erzählen, Fragen stellen und sich an den witzigen Illustrationen erfreuen.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 5 Jahre.

Penzek, Till, Neuhaus, Julia: Als die Grossen klein waren – Ein Album verschwundener Dinge, Nilpferd, 2019, € 16,95.

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