Amy und die geheime Bibliothek

Im Zeitalter von Smartphone, Tablet und Co hat das Buch in Gestalt der neuen Medien eine ernst zu nehmende Konkurrenz erhalten. Hinzu kommen vielfältige Freizeitaktivitäten und durch die OGS-Konzepte eine deutlich längere Verweildauer in der Schule. Genau hierin kann aber auch eine Chance liegen. Lesen als Gegenkonzept zu Reizüberflutung und Hektik im Alltag. Ein Buch bietet nicht nur Entschleunigung, indem ich mir einen ruhigen Ort suche und mich in die Geschichte vertiefe, nein, ein Buch beinhaltet eine ganze Welt, in die ich eintauchen kann. Eine Welt, die vollkommen anders ist, als das was ich in meinem Leben bisher erfahren habe oder eine Welt, die meinen Leben durchaus ähnelt.

In der Betrachtung aus Erwachsenensicht können aber genau in dieser Vielfalt, die Literatur bietet Probleme liegen. Was passiert, wenn Kinder dass, was sie lesen nachmachen? Von zu Hause weglaufen z. B. Die Liste der Beispiele ließe sich problemlos fortführen. Was bei uns  lediglich am Rande von Gesprächen auftaucht, wird in den USA intensiv diskutiert und führt in vielen Fällen zu einem Verschwinden von Büchern aus Schulbibliotheken. In „Amy und die verschwundenen Bücher“ wird genau hiervon erzählt. Alles beginnt damit, dass Amys Lieblingsbuch plötzlich aus dem Bestand der Schulbibliothek verschwindet und damit nicht mehr ausgeliehen werden kann. Das Buch wird auch nicht ersetzt. Es ist einfach nicht mehr da. Und was noch schlimmer ist, es kommen immer mehr Bücher hinzu. Um dem entgegenzuwirken, beschließt Amy zu handeln. Heimlich gründet sie in ihrem Schließfach eine Minibliothek. Mit Unterstützung ihrer Freunde und Mitschüler beschafft sie die Exemplare von den verschwundenen Büchern und leiht sie Lesehungrigen Kindern aus. Amys Geschichte ist ein mitreißendes Plädoyer für Lesefreiheit und das Lesen an und für sich.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 10 Jahre.

Gratz, Alan: Amy und die geheime Bibliothek, Hanser, 2019, €15,00.

 

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