Aquamarin

AquamarinWas als vermeintliche Mobbinggeschichte beginnt, entwickelt sich in rasantem Tempo zu der Suche nach der eigenen Identiät und der Frage nach gesamtgesellschaftlichem Handeln. Diese Auseinandersetzung mit sich selbst, und den lebensweltlichen Rahmenbedingungen, gewinnt insbesondere durch den Erzähltrick alles Geschehen in der nahen Zukunft anzusiedeln an Bedeutung. Die zeitliche Distanz in Gestalt einer zukünftigen Gegenwart nutzt Andreas Eschbach einmal mehr, um eindringlich und ohne den erhobenen Zeigefinger, darauf hinzuweisen, wieviel Zukunft bereits in unserer aktuellen, außerliterarischen Gegenwart steckt.

Der spannend, kritische Blick auf die stetig zunehmende Digitalisierung und Technisierung unserer Welt, stammt aus der Perspektive der Sechzehnjährigen Saha. Zusammen mit ihrer Tante lebt sie in einem gepflegten Küstenort in Australien. Nicht nur die fehlenden Eltern und überschaubaren finanziellen Mittel machen Saha zu einer Außenseiterin. Viel schwerer wiegt die Tatsache, dass sie aufgrund einer körperlichen Anomalie nicht schwimmen darf. In einer Gesellschaft, die sich in erster Linie über alles Maritime definiert, ist ein Schwimmverbot allerdings genauso auffällig wie ein bunter Hund oder ein Kalb mit zwei Köpfen.

Neben der Tante und einer engagierten Lehrerin stellt sich einzig der stille Pigrit, Sohn eines Professors, der noch im Besitz richtiger Bücher ist, auf Sahas Seite. Mit seinem Wissen und den Büchern seines Vaters öffnet der unscheinbare Junge unbewusst Saha den Weg zu ihrer wahren Natur.

Lesetipp von Minea Süss

Ab 14 Jahre

Eschbach, Andreas: Aquamarin, Arena Verlag, 17,99 €

 

 

 

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