Deutscher Buchhandlungspreis – Wir haben gewonnen!

Wir freuen uns sehr!

Passend zum 70jährigen Bestehen wurde „der kleine laden“ e.V. in der Kategorie der „besten Buchhandlungen“ mit einem Gütesiegel und einer Prämie als eine der drei besten Buchhandlungen Deutschlands ausgezeichnet.

Die Preisverleihung des deutschen Buchhandlungspreises 2020 fand am 29. November im kleinen Rahmen in der Staatsbibliothek unter den Linden in Berlin statt.

 

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, verlieh in der Staatsbibliothek zum sechsten Mal den Deutschen Buchhandlungspreis. Dabei zeichnete sie insgesamt 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen aus.

 

 

Auch der beliebte Illustrator und Kinderbuch-Autor Ole Könnecke gratuliert mit einer liebevoll gezeichneten Original-Illustration.

 

 

Escape School – Das Zauberbuch

Im Internat Espenstein gehen unheimliche Dinge vor sich: Durch einen verbotenen Zauberspruch wird eine Meute fieser Kobolde heraufbeschworen. Diese veranstalten ein riesiges Chaos in der ganzen Schule und bringen die Schüler in große Gefahr. Kannst du gemeinsam mit Anni und Tom die Rätsel lösen, um das Böse zu besiegen?

Am Ende jedes Kapitels müssen die Leser knifflige Rätsel lösen und Geheimnisse aufdecken – dabei kommt das ganze Buch zum Einsatz. Ein originelles Erstlesebuch, in dem neben genauem Lesen auch Grips gefragt ist, um die Kobolde zu besiegen.

 

Buchtipp von Helena Flenner

Zum Selberlesen ab 7 Jahren

Scheller: Escape School – Das Zauberbuch, Oetinger, 10,00 €

Rick Nautilus – SOS aus der Tiefe

Die drei Freunde Rick, die Ozeanerin Ava und der Piratensohn Emilio leben gemeinsam auf dem U-Boot „Nautilus“. In ihrer ersten Mission steuern sie eine unerforschte Insel an, weil sie eine Flaschenpost mit einem Hilferuf erhalten haben. Auf ihrer Reise entdecken sie eine geheimnisvolle Unterwasserstadt, deren Bewohner Unterstützung gebrauchen können. Die bunte Truppe macht sich natürlich sogleich ans Werk.

Das Buch ist sehr fantasievoll und altersgerecht geschrieben, es gibt viel zu lachen und die vielen Bilder peppen die Geschichte zusätzlich auf. Zusätzlich wird den Lesern sehr unterhaltsam viel Interessantes zum Schutz der Natur und dazu, wie Meereslebewesen interagieren vermittelt und welchen Einfluss der Mensch auf die Weltmeere nehmen kann.

Seltsame Eiseninseln, rätselhafte Unterwasserstädte, unheimliche Geisterschiffe – jeder Tag bringt neue Überraschungen! Mutig stürzen sich die drei in jedes Abenteuer und erleben eine Menge Action auf hoher See. Das Buch ist genau das Richtige für alle Kinder, die gerne Abenteuergeschichte mit starken Charakteren lesen.

 

Buchtipp von Helena Flenner

Zum Selberlesen ab 8 Jahren

Blanck: Rick Nautilus – SOS aus der Tiefe, Fischer, 9,00 €

Wer versteckt sich? – Ein Bilderbuch zum genauen Hinsehen

Tiger, Hase, Schweinchen, Nashorn – achtzehn verschieden bunte Tiere reihen sich Seite für Seite hintereinander auf.

Auf den ersten Blick erscheinen die Doppelseiten des Buches fast identisch, doch bei genauerem Hinsehen kann man mithilfe der Fragen, die dem Leser gestellt werden, entdecken, dass Tiere plötzlich mit dem Hintergrund verschmelzen und verschwinden, dem Betrachter den Rücken zugekehrt haben oder einen „Schmollmund“ ziehen.

Neben dem Rätseln haben Kinder die Möglichkeit, Farben zu unterscheiden, Gesichtsausdrücke zu differenzieren  und verschiedene Tierarten kennen zu lernen.

Das Pappbuch lädt zum Suchen und Entdecken ein, ist vielfältig und unterhaltsam.

 

Buchtipp von Fanny Berger

Pappbuch zum Vorlesen und Miträtseln ab 2 Jahren

Onishi: Wer versteckt sich?, 11,95 €

Hallo Boss!

Boss ist ein Hund, der sich nicht von vielen Dingen begeistern lässt. Entgegen der üblichen Hundesitte lehnt er es ab, gestreichelt zu werden, Gassi  zu gehen oder mit anderen Hunden zu spielen.

Doch eines Tages sitzt plötzlich ein kleiner Hund vor ihm, der von ihm sofort ins Herz geschlossen wird. Von nun an macht alles Spaß. Sei es das Badengehen, Verstecken zu spielen oder einfach nur umarmt zu werden.

Trotzdem hält er an einer Sache fest – Teilen hasst er, besonders, wenn es um seine heißgeliebten Würstchen geht.

Ein humorvolles Bilderbuch über schlechte Laune, das Teilen und den Sprung über den eigenen Schatten.

 

Buchtipp von Fanny Berger

Bilderbuch zum Vorlesen und Entdecken ab 3 Jahren

Chatterton; Hallo Boss!, Magellan, 14,00 €

Wie kleine Tiere groß werden – Die kleinen Rotkehlchen

Eines Abends schlüpfen im Wald zwei kleine Rotkehlchen in ihrem Nest.

Schnell werden sie größer und entdecken mit ihren Eltern die Umgebung. Die beiden Jungtiere wagen den ersten Flug, fangen Würmer und lernen, sich auf pfiffige Art und Weise durch den Winter zu bringen.

 

Mit dem Pappbuch lernen junge Leser das erste Jahr eines Rotkehlchens kennen. Durch Gucklöcher und Vertiefungen zum Fühlen lädt es ein, die Erfahrungen der Vögel mit den eigenen Sinnen zu erleben.

Der poetische Text entfaltet mit den atmosphärischen Illustrationen den ganzen Charme des ersten Sachbuches. 

 

Buchtipp von Fanny Berger

Pappbuch zum Vorlesen und Entdecken ab 2 Jahren

Baruzzi: Wie kleine Tiere groß werden – Die kleinen Rotkehlchen, Ravensburger, 12,99 €

Girl Power! Jetzt reden wir!

Molly hat es satt: Ständig werden an ihrer Schule Mädchen „gekleiderordnet“ – weil ihr Rock einen Zentimeter zu kurz ist, das T-Shirt zu wenig Schulter bedeckt oder die Top-Träger nicht breit genug sind – es scheint so, als würde die „Fingerspitze“ (ein Rock muss länger als die Fingerspitzen der nach unten ausgestreckten Hände sein) geradezu nach Gründen suchen, um Mädchen zu rügen und aufgrund ihrer Kleiderauswahl zum Direktor zu schicken. Außerdem werden die Regeln beliebig ausgelegt, selbst wenn Mädchen dasselbe Outfit tragen, je nachdem, ob sie groß, klein, dünn, dick, farbig oder weiß sind.

Nach einem besonders erniedrigenden Vorfall im Schulgarten, als ihre Freundin Olivia von zwei Lehrern gedemütigt wird, weil sie sich weigert, ihren Pullover anzuziehen, woraufhin die Klassenfahrt für die gesamte Schule abgesagt wird, startet Molly aus ihrem Baumhaus heraus einen Podcast: „Nicht in Ordnung: ein Kleider-Podcast“. In diesem erzählen nach und nach immer mehr Mädchen, aus welch absurden Gründen sie in der Vergangenheit „gekleiderordnet“ wurden. So kommt auch ans Licht, dass Olivia mit ihrem Pullover nur einen Fleck an ihrer weißen Hose verdecken wollte, als sie überraschend ihre Periode bekommen hat.

Es beginnt ein stiller Protest, dem sich mehr und mehr Mädchen und schließlich auch Jungen anschließen und der weit über Mollys Schule hinausgeht. Mädchen, die sich seit Jahren ungerecht behandelt fühlen, beginnen endlich, für Veränderung zu kämpfen, indem sie zusammenhalten und ihre Stimme nutzen. Neben den alltäglichen Teenagersorgen über Hausaufgaben, den Abschlussball, den ersten Liebeskummer, Coming-Outs und Familienprobleme gelingt ihnen eine kleine Revolution.

Trotz des ernsten Themas ist das Buch absolut kurzweilig und mit einem großen Prise Humor geschrieben und man kann es kaum aus der Hand legen. Es wechseln sich Briefe, Aufzeichnungen des Podcasts und Chats mit „normalen“ Kapiteln ab, die alle so originell und abwechslungsreich sind, dass man am liebsten selbst zu Molly ins Baumhaus klettern und sich den tollen, inspirierenden Protagonisten anschließen möchte.

Ein tolles Buch über starke, selbstbewusste Mädchen, authentisch, mit viel Charme und Witz sowie zahlreichen glaubwürdigen und authentisch ausgearbeiteten Figuren, das jeder, der jemals eine Schule besucht hat, definitiv lesen muss!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Firestone, Carrie: Girlpower, WooW Books, 16,00 €

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily

Die 16-Jährige Lily ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Sie geht zur High School, trifft sich in der Mittagspause mit ihrer besten Freundin und erlebt den typischen Familienalltag mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer Mutter. Allerdings hat Lily Legasthenie und ADHS, weshalb sie regelmäßig Medikamente nehmen soll. Da die Tabletten jedoch jegliches Gefühl in ihr abstumpfen lassen, setzt sie sie heimlich ab – was zur Folge hat, dass sie ihre Gedanken nur noch schwer kontrollieren kann und häufig impulsiv handelt.

Die Erkrankung wird überaus sensibel und nachvollziehbar geschildert, sodass man beim Lesen Lilys Innenleben sehr gut nachvollziehen kann. Eines Tages geht durch ihre Impulsivität buchstäblich eine Tür zu Bruch, weshalb sie zur Strafe nachsitzen muss. Dort trifft sie Abelard, der sie in Schutz nimmt – woraufhin Lily ihn spontan küsst. Abelard wiederum hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus, und ist zunächst total überrumpelt. Ihm fällt es schwer, sich an der hektischen und lauten Schule zu integrieren, er ist jedoch hochintelligent.

Langsam entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden. Lily liebt klassische Bücher, weil sie diese immer zusammen mit ihrem Vater gelesen hat, bevor dieser die Familie verlassen hat. Daher beginnt sie, Abelard wegen der Namensähnlichkeit SMS in Anlehnung an die „Liebesbriefe“ von Peter Abaelard und Heloïse zu schicken. So entsteht eine tiefgründige, intensive Beziehung zwischen den beiden, auch wenn sie sich im realen Leben nur sehr langsam näherkommen, weil Berührungen für Abelard schwierig sind.

Als er auf eine Universität am anderen Ende des Landes gehen soll und Lily eine OP vorgeschlagen bekommt, die ihr die negativen Auswirkungen ihrer Erkrankung nehmen soll, wird die Liebe der Teenager auf die Probe gestellt. Durch den einfühlsamen Schreibstil der Autorin, die selbst ADHS und Legasthenie hat, erhält man einen authentischen Einblick in Lilys Gedankenwelt und kann sich ihrem Charme nicht entziehen. Auch wenn ihre Handlungen für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar sind – Abelard findet sie perfekt: wie „eine gebrochene Schneeflocke, ein sich in unendlichen Details wiederholendes Muster in einer Welt voller Salzkristalle.“

(Neben Abelard und Lily gibt es eine Reihe von Nebencharakteren, die hier nicht vergessen werden sollen, weil sie alle auf ihre Art wichtig für die Geschichte und mit viel Tiefe gezeichnet sind.)

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 14 Jahren

Creedle, Laura: Die Liebesbriefe von Abelard und Lily, DTV, 16,95 €

Lügentochter

„Ab heute gibt es nur noch ein Davor und ein Danach.” Als Piper aufwacht weiß sie genau, dass etwas nicht stimmt. Sie befindet sich im Haus einer fremden Frau, die ihr mitteilt, dass sie von nun an hier wohnen wird. Aber egal, wie nett die Frau auch tut, Piper weiß genau, dass sie zu „ihnen“ gehört. Aber wer „die“ überhaupt sind und was sie von ihr wollen, das weiß sie nicht, nur, dass sie ihnen nicht trauen kann.

Davor hat Piper ein scheinbar idyllisches Leben. Sie lebt mit ihren Geschwistern in einem von der Außenwelt abgeschnittenen Haus auf dem Gelände eines stillgelegten Vergnügungsparks und alles scheint perfekt – so lange sie keine Fragen stellt. Den nagenden Hunger, die Erschöpfung durch körperliche Arbeit und den Schmerz der Schläge ihrer Tanten nimmt sie kritiklos hin. Denn ihr Vater ist ein Prophet, was er predigt, ist Gesetz. Piper folgt ihm blind und hätte alles getan, um ihn stolz zu machen, damit er sie endlich zu seinen Anhängern in die Kolonie mitnimmt. Ihr ist nicht bewusst, dass sie in einer Sekte aufwächst und sie glaubt sämtliche Lügen, die ihr Vater der Familie erzählt. Als ihr Adoptivbruder Thomas, der vom Vater schon in die Gemeinschaft mitgenommen wurde, anfängt, diesem zu misstrauen und ihre Lebensweise anzuzweifeln, ist Piper verunsichert: Soll sie ihrem Vater davon erzählen? Doch sie möchte auf keinen Fall ihre eigene Initiation gefährden …

Danach ist Piper von ihren Geschwistern getrennt und in die Außenwelt verschleppt worden. Sie versteht buchstäblich die Welt nicht mehr, da plötzlich alles, woran sie ihr Leben lang geglaubt hat, in Frage gestellt wird. Alle Gefahren, vor denen ihr Vater sie immer gewarnt hat, prasseln auf sie ein. Sie kann nicht mehr unterscheiden, was Lüge und was Wahrheit ist. Hatte Thomas etwa Recht? Wer sind ihre Eltern? Und wie kann sie der Frau entkommen und zu ihrer Familie zurückkehren?

Der Roman besticht durch seinen  fesselnden, authentischen und emotionalen Schreibstil von der ersten Seite an – ich habe ihn ohne Pause durchgelesen! Besonders mitreißend ist der Wechsel zwischen den zwei Zeitebenen der Vergangenheit und Pipers Gegenwart, der die spannungsgeladene Atmosphäre durchgehend aufrechterhält. Pipers Gefühle und Gedanken werden so eindrücklich und intensiv beschrieben, dass ihr blindes Vertrauen in den Vater und ihre schiere Verzweiflung in der realen Welt absolut nachvollziehbar sind – erschreckend beeindruckend!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 13 Jahren

Peterson, Megan Cooley: Lügentochter. Magellan Verlag, 17,00 €.

Meeresglühen – Geheimnis in der Tiefe

Ella verbringt die Sommerferien wie immer  in Cornwall, im Cottage ihrer Granny. Als sie mit Snowflake, dem Hund ihrer Oma, bei einem regnerischen Strandspaziergang einen Surfer reglos im Wasser treiben sieht, weiß sie, was zu tun ist: Ohne länger darüber nachzudenken springt sie ins Wasser und schafft es, den jungen Mann ans Ufer zu ziehen.

Aris, so sein Name, möchte keinesfalls, dass sie einen Arzt ruft und faselt wirres Zeug, dass er sonst getötet würde. Ella ist gleichermaßen irritiert wie fasziniert, da sie sich Aris‘ geheimnisvoller Anziehung nicht entziehen kann, auch wenn sie befürchtet, dass er unter Drogen stehen könnte. Er macht ein großes Geheimnis aus seiner Herkunft und scheint die einfachsten Dinge des Lebens nicht zu kennen. Dennoch freunden die beiden sich an und es entspinnt sich eine zarte Liebesgeschickte – doch Aris will in seine Welt zurückkehren. Welche genau das ist, wird hier natürlich nicht verraten. Aber plötzlich steckt Ella mittendrin in dieser magischen, mystischen Welt, die ihre kühnsten Fantasien übersteigt. Diese wird von der Autorin gekonnt beschrieben, sodass man das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Besonders die vielen neuen Ideen, die ich so noch nicht gelesen habe, haben mich überzeugt.

Von der wunderschönen Covergestaltung bis zur liebevollen Gestaltung der Charaktere ist dies ein rundum wunderschönes Buch. Es ist der Auftakt einer spannenden Trilogie, der mich mit seinen Ideen und dem flüssigen Schreibstil restlos überzeugt hat und mit einem kleinen Cliffhanger endet, der Lust auf den zweiten Band macht. Es fällt leicht, sich in die neugierige und hilfsbereite Ella mit ihrem losen Mundwerk und den rätselhaften Aris aus der geheimnisumwobenen fremden Welt hineinzuversetzen und mit ihnen das Geheimnis in der Tiefe zu erforschen. Besonders witzig fand ich Ellas Zwiegespräche mit ihrer inneren Stimme, die das Geschehen oft ironisch kommentiert.

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 14 Jahren

Fleck, Anna: Meeresglühen – Geheimnis in der Tiefe. Coppenrath-Verlag, 20,00 €.