Calpurnias Tierstation – Ein neues Lämmchen

Beim Stichwort Lämmchen fällt Bullerbü-Fans sicherlich Pontus ein, der liebevoll mit der Flasche aufgezogen wird und als wissbegieriges Jungschaf die Kinder in die Schule begleitet. Des Weiteren denkt man bei Lämmchen auch unweigerlich an  Osterlämmer. Um Weihnachten herum geboren, springen sie wollig gelockt im Frühling über die Weide und sorgen bei großen und kleinen Betrachtern nicht selten für Laute des Entzückens.

In ihrer neuen Reihe „Calpurnias Tierstation“ geht es im ersten Band ebenfalls um ein Lämmchen. Umgeben von ihren Eltern, sechs Brüdern und den Großeltern wächst Calpurnia inmitten der Natur auf einem großen Hof auf. Dem Ansinnen der Mutter dem Kind eine damenhafte Erziehung zukommen zu lassen, entzieht sich das aufgeweckte Mädchen nicht nur durch ihre Eigenständigkeit, sondern auch durch die Hilfe Ihres Großvaters und des Tierarztes. Beide Männer fördern Calpurnias Begabung mit Tieren umzugehen nach Kräften und bestärken sie in ihren Fähigkeiten. Wer glaubt, Insekten fielen bei einer Verletzung aufgrund ihres filigranen Körperbaus aus dem Raster menschlicher Zuwendung, der irrt. Mit Erfindungsreichtum, Geduld und Hingabe gelingt es den gebrochenen Flügel eines Schmetterlings zu schienen und die Flugfähigkeit des Insekts wieder herzustellen. Die Beschreibung der Autorin ist so authentisch und detailliert, dass man den Vorgang mit Hilfe des Buches am lebenden Objekt nachvollziehen könnte. Bezogen auf die von Calpurnia unterstützte Geburt eines Zwillingslämmchens, das verkehrt herum im Mutterleib liegt, gilt dies ebenso. Das Mädchen kann die Situation meistern, weil sie sich daran erinnert, was sie im tierärztlichen Fachbuch dazu gelesen hat. Was sich übertrieben oder konstruiert anhört ist eine spannende und bereichernde Lektüre, die einzig auf einer früh entdeckten und geförderten Passion beruht.

Lesetipp von Minea Süss

Kelly, Jacqueline: Calpurnias Tierstation – Das neue Lämmchen, Hanser, 2018, € 10,00

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