Der Wal nimmt ein Bad

Egal ob es draußen kalt oder warm ist, ein Wannenbad ist eine feine Sache, wenn man seine Ruhe haben möchte. Bei frösteligen Außentemperaturen wärmt es einen richtig schön auf und an heißen Sommertagen ist es eine willkommene Alternative zum nicht vorhandenen Planschbecken. Die kühlen Fluten sind erfrischend  und heben die Stimmung.

Kein Wunder, dass der Wal vollkommen eins mit sich und der Welt bzw. Badewanne die angenehme Ruhe des häuslichen Wellnessbereich genießt. Bis – ja, bis die Tür aufgeht und die Schildkröte mit Leidensmiene das Badezimmer betritt und ebenfalls in die Wanne möchte. Kann man einer Schildkröte mit Rückenschmerzen ein Wannenbad verwehren? Nein, kann man natürlich nicht. Ebensowenig wie man dem frierenden Bieber, dem schmutzigen Flamingo und all den anderen das schwippende, blubbsende, fluppschende, klitschen und klatschende Wasser vorenthalten kann. Anders als ein Swimmingpool ist eine Badewanne allerdings räumlich sehr begrenzt. Gefüllt mit sechs Badewilligen inklusive Schiff, wird aus dem Entspannungsbad schnell eine drangvolle Enge und die Freunde entpuppen sich als etwas anstrengend. Eine Lösung muss her und zwar schnell. Wie in den Weiten des Ozeans geht der Wal einfach auf Tauchstation, um unversehens im nächsten Moment wieder aufzutauchen und die Mitbadenden mit Schwung nach draußen zu befördern. Wer jetzt an Geschrei und Gezeter denkt, der irrt. Das Badewasser füllt nun den Raum, der genug Platz für Bieber, Flamingo und all die anderen bietet und der Wal rekelt sich genüsslich in der Badewanne und lässt Wasser nachlaufen.

Buchtipp von Minea Süss

Ab zwei Jahre.

Straßer, Susanne: Der Wal nimmt ein Bad, Peter Hammer Verlag, 2018, € 14,90.

Als Nino fast in den Zirkuswagen zog

Bauwagen und Zirkuswagen üben auf Groß und Klein eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Auch ich kann mich seit Kindertagen für beide Gefährte gleichermaßen begeistern, obwohl mir das Campinggen in jeder Hinsicht fehlt. Der Reiz besteht für mich auch nicht darin in so einem Wagen durch die Lande zu ziehen, sondern – wie meine Tante – ein Gartenhäuschen oder einen Geräteschuppen der besonderen Art zu besitzen. Der Bauwagen meiner Tante hatte seinen angestammten Platz im Garten und war eine Welt für sich. Bei jedem Besuch mussten wir gucken, was sich in dem uns wohl bekannten Inneren verbarg.

Insofern kann ich die Aufregung von Nino und seinen Geschwistern nur allzu gut nachvollziehen. Großtante Ella stellt nämlich ihren Zirkuswagen ins Aussicht. Was für die Großtante der Abschied eines kreativen und unabhängigen Lebens ist, wird für die Kinder der Aufbruch in neue Spiel-, Abenteuer-,  und Beziehungswelten. Mit dem Entschluss ins Seniorenheim zu ziehen, geht der Zirkuswagen tatsächlich in den Besitz der Großneffen und Großnichten über. Aber wer hätte gedacht, dass selbst Jana, die Älteste, die gerade frisch verliebt ist, Interesse für einen Zirkuswagen hat? Nino, der Jüngste und Kleinste versteht die Welt nicht mehr und muss sich wie so oft mit seinem älteren Bruder rumplagen. Der macht ihm das Leben manchmal ganz schön schwer. Was soll man schon machen, wenn der größere und ältere mit seinen Freunden den schönen Zirkuswagen für sich beansprucht? Und was soll man machen, wenn man mit eben diesem Bruder in dem Wagen übernachtet und plötzlich ist der Bruder verschwunden?

Wie Nino seinen Platz unter den Geschwistern findet und sich am Ende alles zum Guten wendet, erzählt Sigrid Zeevaert in dieser schönen Sommer-Familien-Geschwister-Freunde-Geschichte.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 8 Jahre.

Zeevaert, Sigrid: Als Nino fast in den Zirkuswagen zog, Gerstenberg, 2018, € 13,95.

Unterwegs mit Söckchen

Beim morgendlichen Blick in die Sockenkiste hoffe ich seit einigen Tagen einen Hauch von Bewegung zu sehen, nur eine Andeutung, dass sich in den sorgfältig aufgerollten Strumpfpaaren Leben befindet. Angesichts der Tristesse meiner ausschließlich schwarzen Fußbekleidung (lediglich die weißen Sneakersöckchen bilden eine Ausnahme), kann ich auf eine liebenswert eigensinnige Ringelsocke wie das gleichnamige Söckchen in Claire Lebourgs zauberhaften Buch, wohl lange warten.

Direkt am Strand beheimatet, ist Söckchen ganz im Einklang mit sich und den Gezeiten. Sein Haus wird regelmäßig von der Flut durchspült, aber das führt keineswegs zu Hektik und lautem Gejammer. Ganz im Gegenteil. Sorgfältig sammelt das stets auf Ordnung bedachte Söckchen alle kleinen Lebewesen, die wieder ins Meer müssen ein und bringt sie in ihre eigentliche Umgebung. Dann begibt er sich mit Akribie und gutem Blick für das Schöne auf die Suche nach Muscheln, um sie im Internet anderen Meerbegeisterten zum Kauf anzubieten. Walross Fiete passt also in keinster Weise in diesen durchkomponierten Tagesablauf. Ebenfalls mit der Flut ins Haus gekommen, macht er es sich sofort bequem und versteht die etwas unterkühlte Haltung seines unfreiwilligen Gastgebers nicht unbedingt. Erst als Söckchen am nächsten Tag auf einen völlig verschnupften und fiebernden Fiete trifft, hat er Mitleid und sorgt mit vorbildlicher Versorgung und Pflege für schnelle Genesung, sodass neuen Abenteuern nichts mehr im Wege steht.

Mit dieser originellen und charmant-witzigen Geschichte in Wort und Bild, können Erstleser ihre Lesefähigkeiten weiter erproben. Zudem erfährt man so einiges über die Qualität von Freundschaften, die man unfreiwillig schließt und die zum Besten gehören, was passieren kann.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 6 Jahre.

Lebourg, Claire: Unterwegs mit Söckchen, Aladin, 2018, € 12,95.

Mein Weg mit Vanessa

Zu einem Wohnortwechsel gehört unweigerlich auch der Kita- bzw. Schulwechsel. Da ich bereits zwölf Jahre alt war, ist mir der umzugsbedingte Schulwechsel lebhaft in Erinnerung geblieben. Anders als Vanessa, die an ihrem ersten Tag an der neuen Schule eine unschöne Erfahrung auf dem Heimweg macht und während des Unterrichts auch auf sich allein gestellt ist,  habe ich den ersten Schultag mit all den neugierigen Blicken und interessierten Fragen durchaus positiv in Erinnerung. Ebenso gegenwärtig ist aber auch immer noch die Sorge, dass man als Fremdkörper in der bestehenden Gemeinschaft keinen Anschluss findet.

In dem textlosen Bilderbuch werden Vanessas Erfahrungen in gut lesbaren Illustrationen mit ausreichend Raum für eigene Gedanken dargestellt. Wie bei einer Kamerafahrt, werden die Bilder mit jeder Seite an den Lesenden herangezoomt, um dann wieder etwas weiter auf Distanz zu gehen. Als Vanessa der Klasse vorgestellt wird, ist die Szene relativ weit weg. Ebenso die alleine auf der Tribüne in der Turnhalle sitzende Vanessa erscheint in die Ferne gerückt, was sie umso einsamer wirken lässt. Nach der letzten Stunde ist sie auf einer Doppelseite vorne rechts groß im Bild und scheint aus dem Buch heraus zu laufen. Hinter ihr verabschieden sich die Kinder voneinander oder gehen in Gruppen gemeinsam nach Hause. Der Junge, der das völlig erschrockene Mädchen auf dem Nachhauseweg unvermittelt anschreit und beschimpft, fällt bei genauem Hinsehen auf der vorangegangenen Doppelseite auf. Sein Gesichtsausdruck ist hochnäsig und verschlossen. Genau hierfür ist das Buch ein Plädoyer. Für genaues Hinsehen, für  Aufmerksamkeit für die Menschen, die uns umgeben und für den Mut, zu helfen, wenn Hilfe notwendig ist.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 5 Jahre.

Kerascoët: Mein Weg mit Vanessa, Aladin, 2018, € 14,95.

 

Eine Reise durch die Kunst und Weltgeschichte

Sommerzeit ist Urlaubszeit und damit für viele endlich wieder die Gelegenheit zum Buch zu greifen. Wer es sich in den Ferien im trauten Heim bzw. Garten, Park oder auf dem Balkon gemütlich macht, den Museumsbesuch zwar einplant, aber dann doch wieder in der Eisdiele landet, dem sei Aaron Rosens wunderbarer Band durch die Kunst- und Weltgeschichte ans Herz gelegt.

Um all die entlegenen und spannenden Orte zu besuchen muss man die eigene Komfortzone nicht verlassen. Es reicht das Buch aufzuschlagen und sich von den dargebotenen Inhalten in Bann ziehen zu lassen. Als Routenplaner fungiert in diesem Fall das Inhaltsverzeichnis. Der Buchweltenbummler kann zwischen drei großen Zeitfenstern wählen, die jeweils aus einem Zeittandem bestehen. So bilden die vorchristliche Zeit und die Antike ein Kapitel, Mittelalter und frühe Moderne sowie Moderne und zeitgenössische Kunst. Die bereisten Städte sind im Inhaltsverzeichnis  mit einer Jahresangabe versehen. Der Routenplaner ist damit auch gleichzeitig eine Zeitreisemaschine, die uns z. B. ins Rio de Janeiro im Jahr 2020 beamt.

Mein persönliches Vergnügen fusst jedoch auf dem Zufallsprinzip. Die Augen schließen und das Buch einfach aufschlagen. Mit dieser unkomplizierten Methode bin ich soeben im Dschungel von Kambodscha gelandet. Dort besuche ich nun die alte Hauptstadt Ankor im Jahr 1150.

Am Ende der Reise geht es dann erst so richtig los. Der Autor fordert ausdrücklich zu Museumsbesuchen mit Bleistift und Skizzenbuch auf. Ein Grund mehr, die Museen in der eigenen Stadt fest in den nächsten Eisdielenbesuch mit einzuplanen und zu entdecken.

Buchtipp von Minea Süss

Rosen, Aaron: Eine Reise durch die Kunst und die Weltgeschichte, Midas, 2018, € 19,80.

Oh Schreck, oh Schreck, der Strom ist weg!

Das Betätigen des Lichtschalters oder der Klospülung ist Ihnen sicherlich genauso wie mir in Fleisch und Blut übergegangen. Das Anstellen von Herd und Radio verlangt auch keine großen Überlegungen. Das Öffnen der Kühlschranktür erfolgt ebenso automatisch. Unzählige Male pro Tag benutzen wir diese und viele weitere Geräte, die mit Strom betrieben werden. Solange alles funktioniert sprich der Strom fließt, ist das eine wunderbare Sache, die unser Leben an vielen Stellen einfacher und bequemer macht. Wie abhängig wir aber auch von dem Funktionieren all der Gerätschaften bzw. von der Elektrizität sind, wird mir immer dann bewusst, wenn im Laden das EC-Gerät streikt.

Maxi und ihre Familie machen an einem ganz normalen Morgen mitten in der Woche auch diese Erfahrung. Plötzlich funktioniert nichts mehr. Der Strom ist ausgefallen und damit auch die Möglichkeit sich die Haare zu föhnen, zu telefonieren, mit dem Stabmixer den Gemüsebrei zu pürieren, die Lampe anzumachen, Staub zu saugen, Wäsche zu waschen und mit der elektrischen Zahnbürste die Zähne zu putzen. Natürlich ist die Liste allein der Dinge, die im Haushalt ausfallen noch viel länger. Im Bild sind alle elektrischen Gegenstände nur noch als weißer Schatten zu erkennen. Wie bei einem Suchbild kann man nun gemeinsam raten, was sich hinter dem Umriss verbirgt. Es liegt nahe, dabei auch den eigenen Haushalt ins Visier zu nehmen und sich spielerisch klar zu machen, was bei einem Stromausfall nicht mehr funktionstüchtig ist.

Mindestens ebenso interessant ist es sich anzuschauen, was vor der Haustür ohne Strom passiert. Maxi und ihre Geschwister können da eine Menge erzählen. Ein Vormittag ohne Strom ist nicht nur aufregend, sondern bleibt auch nicht ohne Folgen.

Buchtipp von Minea Süss

Westphal, Catharina; Langen, Annette: Oh Schreck, oh Schreck, der Strom ist weg!, Ravensburger, 2018, € 13,00.

Zartbitter Tod

Zartbittertod von Elisabeth Herrmann

Bei sommerlichen Temperaturen verflüssigt sich Schokolade bekanntermaßen innerhalb kürzester Zeit. Aus den zart seidig glänzenden festen Stückchen werden zunächst wabbelige Miniatur Ziegelsteine, um sich schließlich in einem zähflüssigen Schokosee zu vereinigen. Schokolade gehört also allenfalls als Eis oder Kaltgetränk in die warmen Monate. Insofern ist mein persönlicher Schokokonsum in dieser Zeit auch eher übersichtlich, was sich spätestens im Oktober deutlich ändert.

Um den gelegentlich aufkeimenden Entzugserscheinungen vorzubeugen, kam die Neuerscheinung von Elisabeth Hermann gerade recht. Ein Thriller, in dem es nicht nur um Schokolade als Genussmittel und Produkt, inklusive manueller Fertigung, sondern um eine historische Schokoladenhohlfigur in Gestalt eines lebensgroßen Nashorns geht, deren Entstehungsgeschichte von der zielstrebigen und engagierten Protagonistin Mia mit viel Courage und Mut recherchiert wird.

Mit ihrem Interesse an der Vergangenheit der eigenen Familiengeschichte, begibt sich die junge Frau auf ein gefährliches Terrain aus Schuld, Schuldgefühlen, Neid und Eifersucht. Die Ursprünge hierfür liegen nicht nur weit in der Vergangenheit, sondern auch auf einem anderen Kontinent. Die Schokoladenfabrikation der eigenen Familie reicht bis in die Kolonialzeit und „Deutsch-Südwestafrika“ zurück.

Was sich zu Beginn lediglich als Aufnahmearbeit für eine Journalistenschule und gleichzeitige Ahnenforschung darstellt, wird für Mia und ihre Mitstreiter schnell zu einem Wettlauf um Leben und Tod. Wer hätte auch gedacht, dass ausgerechnet weit zurückliegende Ereignisse direkten Einfluss auf die Gegenwart haben und damit auch auf die Zukunft des Familienunternehmens.

Geschickt verknüpft die Autorin Fiktion und historischen Hintergrund und macht deutlich, dass manche Missstände in der Gegenwart nur erkannt und aufgeklärt werden können, wenn wir nach dem Ursprung und dem Warum fragen.

Buchtipp von Minea Süss

Herrmann, Elisabeth: Zartbitter Tod, cbj, 2018, €18,00.

Dieses Leben gehört: Alan Cole

Jeder, der Geschwister hat, kennt die typischen Reibereien, großen und kleinen Streitigkeiten und die anschließende Versöhnung. Was Alan von seinem älteren Bruder Nathan erdulden muss, geht aber weit über das Maß an normalen Unstimmigkeiten und Ärgernissen hinaus. Nathan benutzt den Bruder, um all seine Wut und seinen Frust an diesem abzureagieren. Selbst vor Erpressung scheut er nicht zurück. Als ihm klar wird, dass sich Alan in einen Jungen verliebt hat, zwingt er ihm einen Bruderwettstreit auf, bei dem es gilt sieben Aufgaben innerhalb einer Woche zu lösen, ansonsten erfährt die ganze Schule von Alans Gefühlslage.

Alan selbst erzählt uns seine Geschichte und schon auf den ersten Seiten wird klar, dass es sich um einen besonderen Jungen handelt. Alan beobachtet sich und sein Umfeld sehr genau und ist in der Lage, entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Ausgestattet mit Humor, Selbstironie und einem sich langsam aber stetig entwickelnden Selbstbewusstsein, fügt sich Alan in sein Schicksal und lernt nicht nur die Hilfe von Zack und Madison anzunehmen, sondern sie auch endlich als das anzuerkennen, was sie sind: Seine besten Freunde.

Ganz nebenbei erhalten wir Einblick in Alans Familie und ahnen alsbald, dass der Grund für Nathans auffälliges Verhalten hier zu suchen ist. Unaufdringlich, ungekünstelt und mit einer für alle Beteiligten heilsamen Weitsicht, lässt Autor Eric Bell die weit in der Vergangenheit liegende Ursache für die Familienprobleme an die Oberfläche gelangen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es immer eine Lösung gibt, auch wenn der Weg dahin mehr als steinig ist und das sich Dinge und Menschen grundsätzlich ändern können.

Buchtipp von Minea Süss

Bell, Eric: Diese Leben gehört: Alan Cole, SauerländerFischer, 2018, € 14,00.

Zuckerkringel – Ferien mit Marie

Mit Riesenschritten gehen wir auf die Pfingstferien zu und dann ist es auch bis zu den Sommerferien nicht mehr weit. Zeit also sich schon einmal einzustimmen auf Faulenzertage, Sonne, Eis, Abkühlungen im Wasser, Treffen mit Freunden und Ferienabenteuern am Urlaubsort.

Max fährt mit seinen Eltern und seinem Bruder nach  Vic sur Mer in Frankreich. Im Gepäck hat er sein selbst gebautes Segelschiff. Der Urlaub ist für ihn nur dazu da, sein Schiff, in das er viel Mühe und Hingabe investiert hat, im Meer segeln zu lassen. Sein Bruder hingegen kann es kaum erwarten mit anderen Kindern Fußball zu spielen und eine neue Mannschaft aufzustellen.

Kaum angekommen, will Max sofort zum Strand, um Segelschiff „Seehund“ auszuprobieren. Die Sonne lacht vom Himmel aber der Wind ist so stark, dass an eine Jungfernfahrt nicht zu denken ist. Natürlich ist die Enttäuschung des jungen Schiffbauers groß, aber wie es der Zufall will, steht plötzlich Marie mit ihrem Bauchladen voller Köstlichkeiten vor ihm und bietet ihm Schischis, kleine Zuckerkringel an. Max und Marie sehen sich, verstehen sich und erleben drei Wochen lang eine wunderbare Kinderliebe im besten Grundschulalter. Während das Kribbeln im Bauch bei beiden größer wird, schweißt sie ein gemeinsames Projekt zusammen, das sie mitten hinein in ein tolles Ferienabenteuer führt. Marie braucht nämlich Geld, um ein Pferd zu retten. Deswegen ist sie auch unermüdlich mit ihrem Bauchladen im Einsatz, nur der Verkauf des leckeren Gebäcks reicht nicht aus, die erforderliche Summe aufzubringen. Hier sind Ideenreichtum und Zusammenhalt gefragt. Charmant und amüsant erzählt Beate Dölling von großen und kleinen Nöten verschiedener Kinder, die sich am Urlaubsort kennen lernen und gemeinsam großes schaffen.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 9 Jahre.

Dölling, Beate: Zuckerkringel – Ferien  mit Marie, DTV, 2018, € 10,95.

Fair für alle!

Angesichts der Präsenz von Umweltthemen, könnte man meinen, dass wir auf einem guten Weg sind. Auch der Verzicht vieler Kunden auf eine Plastiktüte bzw. die selbst mitgebrachte Tragetasche erweckt den Anschein eines zunehmenden Engagements und Bewusstseins für die Gefährdung unserer Umwelt.

Das weltweite Artensterben und eine fortschreitende Globalisierung sprechen eine andere Sprache. Sonja Eismann und Nina Lorkowski widmen sich diesem umfangreichen Thema, indem sie dem Begriff der Nachhaltigkeit nachspüren und die weltweiten Verflechtungen und daraus resultierenden Probleme aufzeigen. Dabei geht es den Autorinnen nicht darum den Zeigefinger zu erheben und der interessierten Leserschaft vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten haben und was sie in Zukunft tun dürfen und was nicht. Der Ansatz folgt vielmehr dem Bedürfnis Licht in den Schlagwortdschungel von Bio, Nachhaltigkeit, Fairtrade und Regional zu bringen sowie den Gesamtzusammenhang zu unmittelbar damit zusammenhängenden Themen wie Energie, Müll, Nahrung, Kleidung, Mobilität, Wohnen und Migration herzustellen.

Jedem der genannten Themen ist ein Kapitel gewidmet. Von den Anfängen bis in unsere Gegenwart, wird jeweils gut verständlich die Entstehungsgeschichte oder vielmehr der Ursprung des Problems beleuchtet, um abschließend die aktuelle Situation vorzustellen. Die gelungene Darstellung des hochkomplexen und hochaktuellen Themas kommt mit übersichtlichen 167 Seiten inklusive Abbildungen aus und unterliegt somit nicht dem Vorwurf allein aufgrund des Umfangs abschreckend zu wirken. Darüber hinaus animiert  die unterhaltsame und verständliche Darstellung zum Weiterlesen.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 14 Jahre.

Eismann, Sonja; Lorkowski, Nina: Fair für alle. Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur „bio“, Beltz & Gelberg, 2016, € 16.95.