Tage der Mondschnecke

Um für die Schule ein paar Extrapunkte zu sammeln, wollen Lucy und Fred zusammen in den Sommerferien einen Naturführer über die Tiere ihrer Heimat erstellen. Die einzige Bedingung ist, dass sie die Tiere selbst gesehen haben müssen. Als eines Tages ein riesiger Hai an den Strand gespült wird, ist das natürlich ein echtes H(a)ighlight! Als der Hai am nächsten Tag jedoch plötzlich verschwunden ist, ist vor allem Freds Neugier geweckt. Die beiden wollen unbedingt herausfinden, wo der Hai herkam und was es mit den seit einiger Zeit zunehmenden Hai-Sichtungen auf sich hat.

Durch die Arbeit an dem Naturführer kommt Lucy auch ihrer verstorbenen Mutter näher, die als Meeresbiologin vor allem Haie erforscht hat und sogar mit ihnen geschwommen ist. Je mehr Lucy über die Haie erfährt, desto näher scheint sie auch ihrer Mutter zu kommen. Ein dramatischer Unfall überschattet den Sommer, doch indem sie sich mit der Vergangenheit beschäftigt, lernt Lucy ihre Mutter besser kennen und beginnt, die Faszination für das Erforschen der Haie zu teilen.

Mit wunderschönen Illustrationen ausgestattet erzählt das Buch einfühlsam eine Geschichte über Freundschaft, Verlust und Zusammenhalt – vom Loslassen und neu Finden. Berührend und voller Hoffnung begleiten wir Lucy auf ihrer Suche nach dem Geheimnis der Haie.

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Kate Allen: Tage der Mondschnecke, Woow Books, 18,00 €

Die Suche nach Paulie Fink

Caitlyn hat sowieso schon keine Lust, mit ihrer Mutter aus New York ins öde Vermont zu ziehen – und dann muss sie auch noch auf die örtliche Dorfschule gehen, wo Ziegen hüten scheinbar zum Alltag gehört und ihre ganze Klasse aus nur 11 Kindern besteht. Als sie an ihrem ersten Schultag an der Mitchell die Klasse betritt, sind  die Mitschülerinnen und Mitschüler verwirrt – sie ist nicht Paulie Fink, den offenbar alle erwartet haben. Wer ist dieser mysteriöse Paulie Fink und warum finden alle ihn so toll, dass sie von nichts anderem reden?

Paulie kommt jedenfalls nicht mehr, es ist, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Zuerst denken die Kinder, es sei wieder einer von Paulies legendären Streichen, doch er bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Nach einem Monat ohne Paulie beschließen die Schüler, dass ein Ersatz hermuss – in guter alter Castingshow-Manier starten sie den Wettbewerb „Mitchell sucht den neuen Paulie Fink“. Die Kinder müssen in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander antreten, zum Beispiel einen ganzen Tag lang wie Shakespeare reden. Und die Jurorin? Das soll Caitlyn sein. Mit jeder neuen Aufgabe versucht Caitlyn, eine Person, die sie nie getroffen hat und nur aus Erzählungen kennt, besser zu verstehen.

In abwechselnden Kapiteln zwischen der eigentlichen Geschichte und Interviews mit den Schülern erzählt das Buch, wie Caitlyn sich langsam in die Klasse integriert, gemeinsam neue Abenteuer erlebt und Freundschaften geschlossen werden, sodass sich am Ende die Frage stellt: Brauchen wir überhaupt einen neuen Paulie Fink? Ist nicht jeder auf seine Weise unersetzbar? Und plötzlich taucht auch der echte Paulie wieder auf – dann, als die anderen es am wenigsten vermuten …

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Ali Benjamin: Die Suche nach Paulie Fink, Hanser, 18,00 €

Bleistiftherz

Liv wird von ihrer Mama manchmal „Minirentnerin“ genannt, weil sie am allerliebsten mit ihrer Oma und deren Freundinnen zusammen ist, in die Sauna geht und Kniffel spielt. Als ihre Oma diesen Sommer stirbt und auch noch Livs beste Freundin wegzieht, ist ihr in den Ferien schrecklich langweilig. Sie wünscht sich vom Universum, dass irgendwas passiert – aber was dann kommt, würde sie zuerst doch lieber wieder rückgängig machen.

Nicht nur, dass sie mit Mama und deren neuer Arbeitskollegin essen gehen muss, dann bringt diese auch noch ihren supercoolen Skater-Sohn Frans, der die grünsten Augen der Wel hat, mit. Und Liv weiß gar nicht, wie man mit Jungs redet. Als Mama sie dann auch noch im Skate-Kurs anmeldet, den Frans mitleitet, ist das Chaos perfekt.

Kann die schüchterne Liv doch skaten lernen und sich mit coolen Jungs anfreunden? Ihre Oma hätte sofort mitgemacht, da ist sich Liv sicher. Also gibt sie dem Ganzen eine Chance …

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Elin Hansson: Bleistiftherz, Hummelburg Verlag, 12,99 €

Dark Blue Rising

Seit sie denken kann, lebt Tabby mit ihrer Mutter Cate ein Nomadenleben: Sie ziehen in Großbritannien herum und bleiben nie lange an einem Ort. Cate schärft Tabby ein, vorsichtig zu sein, niemandem zu vertrauen, und sich vor allem vor „dem Kreis“ zu hüten. Das funktioniert auch, bis Tabby Jago kennenlernt und ihm ihren Namen verrät.

Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Tabby wird von einem Auto angefahren und kommt ins Krankenhaus. Als Cate davon erfährt, schleicht sie sich mit Tabby mitten in der Nacht davon und beide sind wieder einmal auf der Flucht – bis sie in einer alten Scheune von der Polizei aufgegriffen werden. Die Polizisten behaupten, dass Tabby als Kleinkind von Kate entführt wurde. Ab nun soll sie bei ihren wirklichen Eltern leben.

Tabby kann es nicht glauben und beschließt, zu fliehen, sobald sie den Gips an ihrem gebrochenen Arm los ist. Doch nach und nach kommen komische Erinnerungen zurück und sie hat seltsame Träume – kann es sein, dass die Geschichte wahr ist? Und warum spürt sie eine so intensive Verbundenheit zum Meer?

In einem Sommercamp für begabte Schwimmer stellt sie fest, dass sie ungewöhlich lange die Luft anhalten kann und dass es einigen anderen Jugendlichen auch so geht. Als sie in der Einrichtung Hinweise auf „den Kreis“ entdeckt, beginnt sie, zu verstehen, dass Cates Warnungen etwas mit ihr zu tun haben – was will „der Kreis“ von ihr? Wie hängt ihre Vergangenheit mit den merkwürdigen Vorkommnissen zusammen?

„Dark Blue Rising“ ist der ersta Band eines packenden Klima-Thrillers, der die Leser mit einem Cliffhanger zurücklässt, sodass man die Fortsetzung kaum erwarten kann. Spannend, mystisch und hochaktuell!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 14 Jahren

Teri Terry: Dark Blue Rising, Coppenrath-Verlag, 448 S., 20,00 €

Tier aus Stein, Tier aus Gold

„Einer muss zu Stein werden, der andere zu Gold, der Dritte aber wird sehend blind sein.“

Als der Bauernjunge Ion, Archontensohn Kedros und der Lehmerjunge Smirkos hinter dem großen Tempel auf eine wundersame Lichtung stoßen, ahnen sie nicht, dass sie den grausamen Zorn einer Göttin auf sich gezogen haben.

 

Drei Fluchgeister werden fünf Jahre später losgeschickt, um die Jungen auf unterschiedliche Weise heimzusuchen und die dunkle Prophezeiung zu erfüllen. Denn der Fluch trifft die Jungen auf unterschiedliche Weise und jeder von Ihnen sieht sich einer überwältigenden Aufgabe gegenüber gestellt. Nur gemeinsam können sie es bewältigen, sich der großen Gefahr entgegenzusetzen.

 

Lilli Thal beschreibt eine Welt voller Götter, Menschen, Tiere und Dämonen. Ihr Werk ist für alle, die gerne in ferne Welten und Zeiten abtauchen und die Geschichten der griechischen Mythologie lieben.

 

Buchtipp von Fanny Berger

Ab 11 Jahren

Thal: Tier aus Stein, Tier aus Gold, Gerstenberg, 18,00€

 

Haifischzähne

Atlanta geht eine unmögliche Wette mit dem Schicksal ein: In 24 Stunden möchte sie einmal mit dem Fahrrad das gesamte Ijsselmeer umrunden – 360 Kilometer! – Wenn sie es schafft, wird ihre Mutter wieder gesund! Sie hält es nicht mehr aus, Zuhause auf das Untersuchungsergebnis zu warten, und fährt verbissen und wild entschlossen los, egal wie verrückt die Idee sein mag.

Kaum dass sie unterwegs ist, trifft sie auf den Jungen Finley, auch mit dem Rad unterwegs und auch vor irgendetwas auf der Flucht. Oder ist es vielleicht gar nicht so schlecht, zu zweit zu sein? So fahren die beiden Kinder zusammen weiter, mit nichts als zwei Wasserflaschen, zwölf Käsebroten und Haifischzähnen im Gepäck.

Großartig erzählt Anna Woltz eine Geschichte über Familie und Freundschaft, authentisch und lebensfroh, trotz aller Schwierigkeiten, denen Atlanta und Finley begegnen.

Eine ganz besondere Fahrradtour, nach der alles wieder ins Lot kommt. Feinfühlig und zum Nachdenken, mit viel Gefühl aber auch Witz!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 10 Jahren

Woltz: Haifischzähne, Carlsen, 10,00 €

Girl Power! Jetzt reden wir!

Molly hat es satt: Ständig werden an ihrer Schule Mädchen „gekleiderordnet“ – weil ihr Rock einen Zentimeter zu kurz ist, das T-Shirt zu wenig Schulter bedeckt oder die Top-Träger nicht breit genug sind – es scheint so, als würde die „Fingerspitze“ (ein Rock muss länger als die Fingerspitzen der nach unten ausgestreckten Hände sein) geradezu nach Gründen suchen, um Mädchen zu rügen und aufgrund ihrer Kleiderauswahl zum Direktor zu schicken. Außerdem werden die Regeln beliebig ausgelegt, selbst wenn Mädchen dasselbe Outfit tragen, je nachdem, ob sie groß, klein, dünn, dick, farbig oder weiß sind.

Nach einem besonders erniedrigenden Vorfall im Schulgarten, als ihre Freundin Olivia von zwei Lehrern gedemütigt wird, weil sie sich weigert, ihren Pullover anzuziehen, woraufhin die Klassenfahrt für die gesamte Schule abgesagt wird, startet Molly aus ihrem Baumhaus heraus einen Podcast: „Nicht in Ordnung: ein Kleider-Podcast“. In diesem erzählen nach und nach immer mehr Mädchen, aus welch absurden Gründen sie in der Vergangenheit „gekleiderordnet“ wurden. So kommt auch ans Licht, dass Olivia mit ihrem Pullover nur einen Fleck an ihrer weißen Hose verdecken wollte, als sie überraschend ihre Periode bekommen hat.

Es beginnt ein stiller Protest, dem sich mehr und mehr Mädchen und schließlich auch Jungen anschließen und der weit über Mollys Schule hinausgeht. Mädchen, die sich seit Jahren ungerecht behandelt fühlen, beginnen endlich, für Veränderung zu kämpfen, indem sie zusammenhalten und ihre Stimme nutzen. Neben den alltäglichen Teenagersorgen über Hausaufgaben, den Abschlussball, den ersten Liebeskummer, Coming-Outs und Familienprobleme gelingt ihnen eine kleine Revolution.

Trotz des ernsten Themas ist das Buch absolut kurzweilig und mit einem großen Prise Humor geschrieben und man kann es kaum aus der Hand legen. Es wechseln sich Briefe, Aufzeichnungen des Podcasts und Chats mit „normalen“ Kapiteln ab, die alle so originell und abwechslungsreich sind, dass man am liebsten selbst zu Molly ins Baumhaus klettern und sich den tollen, inspirierenden Protagonisten anschließen möchte.

Ein tolles Buch über starke, selbstbewusste Mädchen, authentisch, mit viel Charme und Witz sowie zahlreichen glaubwürdigen und authentisch ausgearbeiteten Figuren, das jeder, der jemals eine Schule besucht hat, definitiv lesen muss!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Firestone, Carrie: Girlpower, WooW Books, 16,00 €

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily

Die 16-Jährige Lily ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Sie geht zur High School, trifft sich in der Mittagspause mit ihrer besten Freundin und erlebt den typischen Familienalltag mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer Mutter. Allerdings hat Lily Legasthenie und ADHS, weshalb sie regelmäßig Medikamente nehmen soll. Da die Tabletten jedoch jegliches Gefühl in ihr abstumpfen lassen, setzt sie sie heimlich ab – was zur Folge hat, dass sie ihre Gedanken nur noch schwer kontrollieren kann und häufig impulsiv handelt.

Die Erkrankung wird überaus sensibel und nachvollziehbar geschildert, sodass man beim Lesen Lilys Innenleben sehr gut nachvollziehen kann. Eines Tages geht durch ihre Impulsivität buchstäblich eine Tür zu Bruch, weshalb sie zur Strafe nachsitzen muss. Dort trifft sie Abelard, der sie in Schutz nimmt – woraufhin Lily ihn spontan küsst. Abelard wiederum hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus, und ist zunächst total überrumpelt. Ihm fällt es schwer, sich an der hektischen und lauten Schule zu integrieren, er ist jedoch hochintelligent.

Langsam entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden. Lily liebt klassische Bücher, weil sie diese immer zusammen mit ihrem Vater gelesen hat, bevor dieser die Familie verlassen hat. Daher beginnt sie, Abelard wegen der Namensähnlichkeit SMS in Anlehnung an die „Liebesbriefe“ von Peter Abaelard und Heloïse zu schicken. So entsteht eine tiefgründige, intensive Beziehung zwischen den beiden, auch wenn sie sich im realen Leben nur sehr langsam näherkommen, weil Berührungen für Abelard schwierig sind.

Als er auf eine Universität am anderen Ende des Landes gehen soll und Lily eine OP vorgeschlagen bekommt, die ihr die negativen Auswirkungen ihrer Erkrankung nehmen soll, wird die Liebe der Teenager auf die Probe gestellt. Durch den einfühlsamen Schreibstil der Autorin, die selbst ADHS und Legasthenie hat, erhält man einen authentischen Einblick in Lilys Gedankenwelt und kann sich ihrem Charme nicht entziehen. Auch wenn ihre Handlungen für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar sind – Abelard findet sie perfekt: wie „eine gebrochene Schneeflocke, ein sich in unendlichen Details wiederholendes Muster in einer Welt voller Salzkristalle.“

(Neben Abelard und Lily gibt es eine Reihe von Nebencharakteren, die hier nicht vergessen werden sollen, weil sie alle auf ihre Art wichtig für die Geschichte und mit viel Tiefe gezeichnet sind.)

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 14 Jahren

Creedle, Laura: Die Liebesbriefe von Abelard und Lily, DTV, 16,95 €

Lügentochter

„Ab heute gibt es nur noch ein Davor und ein Danach.” Als Piper aufwacht weiß sie genau, dass etwas nicht stimmt. Sie befindet sich im Haus einer fremden Frau, die ihr mitteilt, dass sie von nun an hier wohnen wird. Aber egal, wie nett die Frau auch tut, Piper weiß genau, dass sie zu „ihnen“ gehört. Aber wer „die“ überhaupt sind und was sie von ihr wollen, das weiß sie nicht, nur, dass sie ihnen nicht trauen kann.

Davor hat Piper ein scheinbar idyllisches Leben. Sie lebt mit ihren Geschwistern in einem von der Außenwelt abgeschnittenen Haus auf dem Gelände eines stillgelegten Vergnügungsparks und alles scheint perfekt – so lange sie keine Fragen stellt. Den nagenden Hunger, die Erschöpfung durch körperliche Arbeit und den Schmerz der Schläge ihrer Tanten nimmt sie kritiklos hin. Denn ihr Vater ist ein Prophet, was er predigt, ist Gesetz. Piper folgt ihm blind und hätte alles getan, um ihn stolz zu machen, damit er sie endlich zu seinen Anhängern in die Kolonie mitnimmt. Ihr ist nicht bewusst, dass sie in einer Sekte aufwächst und sie glaubt sämtliche Lügen, die ihr Vater der Familie erzählt. Als ihr Adoptivbruder Thomas, der vom Vater schon in die Gemeinschaft mitgenommen wurde, anfängt, diesem zu misstrauen und ihre Lebensweise anzuzweifeln, ist Piper verunsichert: Soll sie ihrem Vater davon erzählen? Doch sie möchte auf keinen Fall ihre eigene Initiation gefährden …

Danach ist Piper von ihren Geschwistern getrennt und in die Außenwelt verschleppt worden. Sie versteht buchstäblich die Welt nicht mehr, da plötzlich alles, woran sie ihr Leben lang geglaubt hat, in Frage gestellt wird. Alle Gefahren, vor denen ihr Vater sie immer gewarnt hat, prasseln auf sie ein. Sie kann nicht mehr unterscheiden, was Lüge und was Wahrheit ist. Hatte Thomas etwa Recht? Wer sind ihre Eltern? Und wie kann sie der Frau entkommen und zu ihrer Familie zurückkehren?

Der Roman besticht durch seinen  fesselnden, authentischen und emotionalen Schreibstil von der ersten Seite an – ich habe ihn ohne Pause durchgelesen! Besonders mitreißend ist der Wechsel zwischen den zwei Zeitebenen der Vergangenheit und Pipers Gegenwart, der die spannungsgeladene Atmosphäre durchgehend aufrechterhält. Pipers Gefühle und Gedanken werden so eindrücklich und intensiv beschrieben, dass ihr blindes Vertrauen in den Vater und ihre schiere Verzweiflung in der realen Welt absolut nachvollziehbar sind – erschreckend beeindruckend!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 13 Jahren

Peterson, Megan Cooley: Lügentochter. Magellan Verlag, 17,00 €.

Meeresglühen – Geheimnis in der Tiefe

Ella verbringt die Sommerferien wie immer  in Cornwall, im Cottage ihrer Granny. Als sie mit Snowflake, dem Hund ihrer Oma, bei einem regnerischen Strandspaziergang einen Surfer reglos im Wasser treiben sieht, weiß sie, was zu tun ist: Ohne länger darüber nachzudenken springt sie ins Wasser und schafft es, den jungen Mann ans Ufer zu ziehen.

Aris, so sein Name, möchte keinesfalls, dass sie einen Arzt ruft und faselt wirres Zeug, dass er sonst getötet würde. Ella ist gleichermaßen irritiert wie fasziniert, da sie sich Aris‘ geheimnisvoller Anziehung nicht entziehen kann, auch wenn sie befürchtet, dass er unter Drogen stehen könnte. Er macht ein großes Geheimnis aus seiner Herkunft und scheint die einfachsten Dinge des Lebens nicht zu kennen. Dennoch freunden die beiden sich an und es entspinnt sich eine zarte Liebesgeschickte – doch Aris will in seine Welt zurückkehren. Welche genau das ist, wird hier natürlich nicht verraten. Aber plötzlich steckt Ella mittendrin in dieser magischen, mystischen Welt, die ihre kühnsten Fantasien übersteigt. Diese wird von der Autorin gekonnt beschrieben, sodass man das Gefühl hat, selbst dabei zu sein. Besonders die vielen neuen Ideen, die ich so noch nicht gelesen habe, haben mich überzeugt.

Von der wunderschönen Covergestaltung bis zur liebevollen Gestaltung der Charaktere ist dies ein rundum wunderschönes Buch. Es ist der Auftakt einer spannenden Trilogie, der mich mit seinen Ideen und dem flüssigen Schreibstil restlos überzeugt hat und mit einem kleinen Cliffhanger endet, der Lust auf den zweiten Band macht. Es fällt leicht, sich in die neugierige und hilfsbereite Ella mit ihrem losen Mundwerk und den rätselhaften Aris aus der geheimnisumwobenen fremden Welt hineinzuversetzen und mit ihnen das Geheimnis in der Tiefe zu erforschen. Besonders witzig fand ich Ellas Zwiegespräche mit ihrer inneren Stimme, die das Geschehen oft ironisch kommentiert.

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 14 Jahren

Fleck, Anna: Meeresglühen – Geheimnis in der Tiefe. Coppenrath-Verlag, 20,00 €.