Ich so Du so – Alles Supernormal

Die Welt ist bunt und jeder Mensch ist auf seine Art einzigartig. Die Labor Ateliergemeinschaft – bekannt für ihre ungewöhnlichen Buchprojekte – unterstreicht das Thema Individualität schon in der Präsentation der einzelnen Beiträge. Neben Bildcollagen finden sich Comics, Textbeiträge, Interviews, Fotos und Grafiken, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Beindruckend ist vor allem die Authentizität, mit der    hier Erwachsene, Kinder und Jugendliche aus ihrem Leben erzählen. Da ist zum Beispiel Philip.Philip hat ein Jahr lang eine Schule in Frankreich besucht. Anders als bei uns in Deutschland haben die Schüler dort Schultaschen in Form von Ranzen oder Aktenkoffern benutzt. Philip war der einzige mit einem Rucksack. Was bei uns als vollkommen normal wahrgenommen wird, weil die breite Masse es tut, machte Philip in Frankreich zum Außenseiter. Der Rucksack sorgte für negativen Gesprächsstoff, bis ein Mitschüler ebenfalls mit einem Rucksack auftauchte. Plötzlich wendete sich das Blatt und am Ende hatten ca. 20 Schüler ihre alte Schultasche gegen einen Rucksack getauscht. Sich gegenseitig als Inspirationsquelle nutzen und den anderen so akzeptieren und annehmen wie er ist, sollte unser aller Handeln leiten.

Spannend zu lesen sind auch die Kurzinterviews mit Erwachsenen, die sich in Fragen damit auseinandersetzen, was sie an sich nicht normal finden oder ob sie in der Vergangenheit etwas erlebt haben, dass sie als nicht normal empfunden haben. Die Antworten machen deutlich, dass jeder von uns etwas anderes als auffällig also nicht normal empfindet. Die anregenden und kurzweiligen Beiträge helfen den eigenen Standpunkt zur Frage nach Normalität bezogen auf Personen zu überprüfen und in Frage zu stellen.

Buchtipp von Minea Süss

Labor Ateliergemeinschaft: Ich so Du so, Alles Supernormal, Beltz, 2017, € 16,95.

Armut – Schüler fragen nach

Es gibt Themen, die sind unbequem, tabu oder unbequem und tabu. In den Medien wird zwar hin und wieder über Kinderarmut in Deutschland berichtet, aber zwischen einer auf Statistiken basierenden Berichterstattung und der persönlich vorgetragenen Erfahrung nicht die finanziellen Mittel zu haben, um sich einfach zwischendurch etwas zu kaufen, nur weil man es haben will und morgens vor einem leeren Kühlschrank zu stehen, liegen Welten. Gerade der leere Kühlschrank hat mich schockiert.

Armut ist eben nicht nur die fehlende Möglichkeit in Urlaub zu fahren, spontan ins Kino zu  gehen, einem Verein beizutreten, neue Kleidung zu kaufen, obwohl die alte noch tragbar ist, sondern tragischer Weise auch die fehlende Möglichkeit in ausreichender Menge Lebensmittel zu kaufen. Erst letzte Woche habe ich bei Rewe eine Tüte mit Grundnahrungsmitteln gekauft, die an Bedürftige weitergegeben werden. Mein Verdrängungsmechanismus wurde aber erst durch die Lektüre von Jutta Bauers Buch aufgebrochen. Es gibt Menschen, die können sich noch nicht einmal das leisten. Die von Jutta Bauer gesammelten Fragen von Schülern zu dem Thema beleuchten ganz unterschiedliche Seiten und dringen mit Fragen nach der Befindlichkeit auch emotional in tiefere Ebenen vor. Hier macht vor allem die Abwesenheit von Familie betroffen. Diejenigen,  die noch Kontakt haben, erleben diesen als Stütze und Motivation aber viele verneinen die Frage ohne weiteren Kommentar. Die Offenheit dieser Menschen, von denen sich viele trotz ihrer schwierigen Situation als zufrieden oder sogar glücklich bezeichnen, berührt und macht sehr, sehr nachdenklich.

Buchtipp von Minea Süss

Von 8 – 99

Bauer, Jutta: Armut – Schüler fragen nach, Carlsen, 2017, € 14,99.

So isst die Welt

„Was gibt es zu essen?“ Bei Familientreffen ist dies die Begrüßungsformel meiner Brüder. Kein gesittetes „Guten Tag, wie geht es Dir?“ nein, es wird sofort in Erfahrung gebracht, was ohnehin gleich auf den Tisch kommt. Um sicherzustellen, dass der kleine Hunger nach der Hauptmahlzeit auch gestillt werden kann, schließt sich an die obligatorische Frage unmittelbar der Gang zum Kühlschrank an. Dort ist dann Rudelgucken angesagt und nicht selten reserviert man sich das eine oder andere Leckerchen schon mal, damit bloß keiner auf die Idee kommt, sich einfach so zu bedienen. Nein,  Mangel hat bei uns nicht geherrscht, auch die Nachbarskinder sind immer mit satt geworden. Alle Brüder erfreuen sich eines sehr guten Einkommens und trotzdem könnte man meinen das Leben sei von einer kurz bevorstehenden Hungersnot beherrscht und der eigene Kühlschrank leer. Der Gerechtigkeit halber muss ich zugeben, dass ich auch sehr gerne esse und den Inhalt im elterlichen Kühlschrank ebenfalls interessant finde. Mitbringsel aus dem Urlaub bestehen bei uns allen aus landestypischen Spezialitäten. Und um diese ausfindig zu machen, studieren wir jetzt vor jeder Reise mit Begeisterung den Atlas „So isst die Welt“. In den Karten sind mit Piktogrammen nicht nur Zutaten und Tiere, sondern auch Landestypische Produkte und Gerichte sowie Tiere, die nicht auf dem Speisezettel stehen verzeichnet. Hauptstädte und berühmte Sehenswürdigkeiten runden die Informationen ab. Ein kurzer Text führt in die Essgewohnheiten des jeweiligen Landes ein und macht Lust auf mehr. Begeben Sie sich auf die Suche nach der Kartoffel Asterix. Es sei nur so viel verraten, dass die Knolle nicht aus dem Heimatland der berühmten Comicfigur stammt.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 5 Jahre.

Malerba, Giulia; Sillani, Febe: So isst die Welt, Entdecke fremde Länder und was dort auf den Tisch kommt, riva, 2017, € 16,99

Ada Lovelace und der erste Computer

Wer denkt, Mathematik, Kunst und Kreativität schließen sich aus, der irrt. Allein die Umsetzung und Gestaltung dieses faszinierenden biografischen Sachbilderbuchs verdeutlicht auf das Schönste, dass die Welt der Zahl keineswegs losgelöst ist von den schönen Künsten.

Fiona Robinson hat ihre filigranen Aquarelle ausgeschnitten, wieder zusammen gesetzt und sie in verschiedenen Tiefen aufgeklebt. Herausgekommen sind plastisch wirkende Collagen, die die außergewöhnliche  Lebensgeschichte einer Frau erzählen, die in ihrem kurzen Leben erstaunliches vollbracht hat und ihrer Zeit weit voraus war.

Ada, Tochter des berühmten Lord Byron erbt – zum Leidwesen ihrer Mutter – die überbordende Phantasie ihres Vaters. Obwohl Ada ohne ihren Vater aufwächst, ist dieser in ihren außergewöhnlichen Ideen allgegenwärtig. Dagegen hilft selbst der reglementierte, zum größten Teil aus Unterricht bestehende Tagesablauf, den ihre Mutter ihr verordnet, nicht. Im Glauben eine streng naturwissenschaftlich ausgerichtete Bildung unterdrücke die kreativen Auswüchse ihrer Tochter, wächst das Kind in einem engen Korsett aus Unterricht auf. Adas Gedankenwelt bevölkern derweil mechanische Pferde, die sich auf großen Schwingen in die Lüfte erheben können. Die Ideen Adas hängen eng mit der industriellen Revolution zusammen, die den Alltag der Menschen im 19. Jahrhundert vollkommen auf den Kopf stellt.

Aber erst die Bekanntschaft mit dem Erfinder einer Rechenmaschine, Charles Babbage, führt zu Adas Lebensleistung, die unseren Alltag heute maßgeblich bestimmt. Ada, die verheiratet Lovelace mit Nachnamen heißt, schreibt das erste Computerprogramm der Welt. Leider kam es nie zur Anwendung, aber die Weitsicht und auch die Erkenntnis, dass Computer nicht nur Zahlen, sondern z. B. auch Bilder produzieren können, hat den Grundstein der heutigen Technik gelegt.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 6 Jahre.

Robinson, Fiona: Ada Lovelace und der erste Computer, Knesebeck, 2017, € 12,95.

Ab die Post

Angesichts der aktuellen Wetterlage, die zwischen sommerlichen Temperaturen und wechselhaften Aprilwetter schwankt, sind Ideen für Aktivitäten in den eigenen vier Wänden gut zu gebrauchen. Die schönsten und witzigsten rund um das Thema Post hat Antje Stemm in einem Buch zusammengestellt. Allein das Titelbild macht auf den ersten Blick gute Laune, weckt aber auch die Neugier nach mehr. Denn dass es sich bei den Schreibvorschlägen zum Verschicken nicht um tägliche Allerweltspost handelt, lässt die genähte Postkarte ahnen.

Es wird dann auch nicht zu viel versprochen. Die Anregungen zu Papier und Stift oder ganz anderen Sachen zu greifen sind originell und machen sicherlich noch mehr Spaß, wenn man sich mit ein paar Freunden trifft und gemeinsam der Fantasie freien Lauf lässt. Wenn jeder ein Bisschen Material mitbringt, kann man wunderbar untereinander tauschen und Papier und Stoffresten, die es sicherlich in jedem Haushalt gibt eine ganz neue Gestalt geben. Die einzelnen Projekte sind gut erklärt und können Problemlos umgesetzt werden. Angesichts eines in Bonn ansässigen Süßwarenherstellers sollten die  „Anleck Umschläge mit Geschmack“ unbedingt ausprobiert werden. Gummibärchen als Klebemittel – auf die Idee muss man erst mal kommen.

Neben solch kuriosen Vorschlägen, gibt es aber auch viele geschickt eingebaute Sachinformationen, die die ganze Bandbreite zum Thema Post abdecken und im Zeitalter von WhatsApp und Co das Eintauchen in eine analoge Bastel- und Schreibwelt fördern.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 8 Jahren.

Stemm, Antje: Ab die Post! Wie du Briefe schreibst, Überraschungspakete schnürst und Badelatschen verschickst, Gerstenberg, 2017, €19,95.

Optische Illusionen – Verblüffende Tricks und Farbenspiele

Wer bei einem Buch über optische Illusionen an eine Spielerei denkt, die nur mit Gucken, bzw. auf  z. T. merkwürdig erscheinende Bilder zu starren, zu tun hat, wird schnell merken, dass der Weg über die Sinnestäuschung schnurstracks in die Tiefen von Physik, Biologie, Hirnforschung und Psychologie führt. Kurzweiliger, spannender und interessanter kann Lernen nicht sein. Vor allem weil man gar nicht merkt, dass jeder optische Zaubertrick mit zahlreichen Sachinformationen versehen ist, die in kleinen sehr überschaubaren und gut verständlichen Portionen daherkommen. Fasziniert von sich plötzlich drehenden Kreisen, liest man automatisch den kurzen Text, um die Begründung für dieses Phänomen zu erhalten.

Mir persönlich ging es so, das ich viele Texte mehrmals gelesen habe, weil ich gar nicht glauben wollte, das sich in dem still auf dem Tisch liegenden Buch Dinge durch bloße Betrachtung zum Leben erwecken lassen. In 12 Kapiteln wird man als Leser systematisch in die Welt der Farben, Formen und Täuschungen mit all ihren Auswirkungen auf unser Auge und Gehirn eingeführt. Neben den vielfältigen Beispielen optischer Tricks, beinhalten manche Seiten zusätzliche Überraschungen. Sehr schön gemacht ist z. B. das Pop-up-Element ganz am Anfang. Um dem Ursprung der Farbe auf den Grund zu gehen, wird mithilfe eines aufplopenden Regenbogens veranschaulicht, dass dies der Effekt ist, der entsteht, wenn ein weißer Lichtstrahl durch ein Prisma gelenkt wird.

Das Buch ist ein Spaß für die ganze Familie und lädt immer wieder dazu ein, es einfach zur Hand zu nehmen, aufzuschlagen und sich von den dargebotenen Illusionen in Bann ziehen zu lassen.

Buchtipp von Minea Süss

  • Ab 9 Jahre
  • Dorling Kindersley, Optische Illusionen – Verblüffende Tricks und Farbenspiele, 2015, 16,95 Euro

Das wundersame Leben der Schmetterlinge

Schon vor etlichen Wochen, als es eigentlich noch zu früh im Jahr war, flog zu meinem Erstaunen ein Schmetterling an mir vorbei. Es blieb nicht der Einzige und auch heute zog ein – zwar sehr kleines, dafür aber umso leuchtenderes Exemplar – trotz der winterlich anmutenden Temperaturen, meine Blicke auf sich. Offenbar sind diese filigran und zerbrechlich wirkenden Wesen stärker als sie aussehen und halten wahrscheinlich bei etwas intensiverer Beschäftigung die eine oder andere Überraschung bereit. Mehr enttäuscht als erstaunt war ich z. B. vor drei Jahren, als sich die leuchtend orange, daumendicke und acht Zentimeter große Raupe, die sich zudem noch wild aufbäumte (ja, sie hat sich wirklich aufgebäumt) als  zukünftiger Weidenbohrer herausstellte. Im Gegensatz zu der Raupe ist der Falter klein und mit seiner steingrauen Farbe auch nicht wirklich auffällig. Eine wahre Augenweide sind hingegen die Raupen und Schmetterlinge, die sich in dem eindrucksvoll illustrierten Sachbilderbuch von Dianna Hutts Aston und Sylvia Long zwischen den Seiten verstecken. Schlägt man das Buch auf, taucht man schon auf der ersten Doppelseite in die faszinierende Farb- und Formenvielfalt dieser in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien so vollkommen anders aussehenden Lebewesen ein. Auf den Folgeseiten erfahren Lesende in kurzen, gut verständlichen Texten alles, was man über Schmetterlinge, ihre Entwicklung, Verbreitung, Größe, Fähigkeiten und Eigenschaften wissen möchte. Zudem erfährt man viele Dinge, die einen in großes Erstaunen versetzen.  Für mich ist es kaum vorstellbar, dass diese federleichten Tiere tausende von Kilometern in einer Flughöhe von über 3300 m bewältigen können. Wenn Sie wissen möchten, welche Art zu solchen Rekordleistungen fähig ist, dann gönnen Sie sich den Blick in dieses so andere Buch der Rekorde.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 5 Jahre.

Hutts Aston, Dianna; Long, Sylvia: Das wundersame Leben der Schmetterlinge, Loewe, 2017, € 12,95.

30 Experimente zum Ekeln und Gruseln

schleim-und-schlimmerDas waren noch Zeiten, als wir im Sommer auf der Terrasse Backpulverbomben mithilfe von Fotofilmröhrchen und ein bisschen Wasser laut ploppend und schäumend in erstaunliche Höhen katapultierten. Angesichts multifunktionaler Kleinstgeräte, die nicht nur der Verständigung, sondern auch dem Ablichten jeglicher sich anbietender Motive dienen, ist der analoge Fotoapparat eine vom Aussterben bedrohte Spezies und das schwarze Plastikdöschen mit dem grauen Deckel ist heutigen Heranwachsenden kein Begriff mehr. Dank einer Firma, die eine kleine gelbe Plastikkapsel mit innovativen Spielideen bestückt und  das Ganze in einer Schokoladenhohlform unterbringt, müssen wissbegierige und experimentierfreudige Kinder auch heutzutage nicht auf das Vergnügen verzichten die enorme Kraft von Backpulver außerhalb des normalen Anwendungsbereichs in der Küche zu erleben.

In seinem Buch „Schleim und Schlimmer“ stellt Christoph Gärtner eine Vielzahl einfach nachzumachender Experimente vor, deren „Zutaten“ in jeder Küche zu finden, bzw. leicht zu beschaffen sind. Angeleitet und erklärt werden die Experimente von Dr. Schlimmer und seinem Assistenten Schleim. „Zutaten“, Aufbau und Durchführung sind gut verständlich dargestellt. Die Ringbindung des Buches ermöglicht ein Aufschlagen ohne Hilfsmittel wie z. B. Buchständer o. ä. Der Versuch selber wird Schritt für Schritt mithilfe von Fotos und kurzen Textblöcken erklärt. Wissenswertes findet sich ergänzend in pink umrandeten Kästchen, sodass man nebenbei eine Menge über Biologie, Chemie und Physik lernt, ohne es zu merken. Bis auf die Versuche, die den Einsatz von Feuer verlangen, ist meines Erachtens die Anwesenheit von Erwachsenen nicht unbedingt erforderlich. Der systematische, übersichtlich und kurz gehaltene Aufbau ermöglicht Kindern ab 9 Jahren eine selbstständige  Durchführung.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 9 Jahre.

Gärtner, Christoph: Schleim und Schlimmer, 30 Experimente zum Ekeln und Gruseln, Ravensburger, 2016, € 12,99.

Eselsbrücken – Merksätze, Gedichte und ganz viel Lustiges

eselsbrueckenMerksätze und Eselsbrücken gehören seit Generationen zum Schulalltag wie Pausenbrot und Spickzettel. Verfügt man über ein großes Repertoire dieser zum Teil bewusst an Nonsensverse erinnernden Lernhilfen, benötigt man das in schweißtreibender Arbeit hergestellte Zettelchen gar nicht. Auf keinen Fall sollte man sich von der an Schulfächern orientierten Aufteilung abschrecken lassen. Die unter Sachkunde, Mathematik und Deutsch zusammengetragenen Reime vermitteln unzählige Tipps und Fakten zu den unterschiedlichsten Themengebieten der einzelnen Fächer. Zwischen den Buchdeckeln können Grundschulkinder (und ihre Eltern) eine Vielzahl an Informationen entdecken und mithilfe des Registers gezielt nachschlagen. Ich persönlich finde beim Lesen dieses Buches die Zufallsvariante besonders unterhaltsam. Man schnappe sich das Buch, suche sich einen gemütlichen Leseplatz und schlage dann einfach irgendeine Seite auf. Das Ergebnis ist immer eine Überraschung. Geprägt von dem berühmten Spruch zur Gründung Roms, der mit acht Worten sehr übersichtlich daherkommt (753 Rom kroch aus dem Ei), finden sich zu meinem Erstaunen auch zahlreiche Beispiele für umfangreichere Lerneinheiten, die ich mir als Kind gewünscht hätte. Gilt es z. B. sich die  16 Bundesländer mit ihren Landeshauptstädten zu merken, seien an dieser Stelle die „Bundesländer-Limericks“ empfohlen. Hoch im Norden fängt es an.

„Im Nebel trieb ein Surfer aus Kiel auf seinem Brett, er sah nicht mehr viel. Ach, wenn er wüsste: Ganz nah war die Küste. Schleswig-Holstein – das wäre sein Ziel.“ (S. 31)

Ergänzt werden die Texte von witzigen Illustrationen. Dem Autorenteam Eva Bade und Cordula Thörner ist somit ein originelles Lese-Lern-Bilderbuch gelungen, das man gerne zur Hand nimmt

Buchtipp von Minea Süss

Ab 6 Jahre.

Bade, Eva; Thörner, Cordula: Eselsbrücken – Merksätze, Gedichte und ganz viel Lustiges, Carlsen, 2016, € 12,99.

 

Tolle Wolle

9783831030804Handarbeits- und Bastelbücher lösen bei mir persönlich allein aufgrund der schönen Bildgestaltung regelmäßig Begeisterungsstürme aus. Zudem drängt sich mir jedes Jahr im Herbst das Bedürfnis etwas aus Wolle herzustellen auf. Der normale Ablauf sieht dann so aus, dass ich einen Schal stricke und das hübsche, vor geraumer Zeit angefangene, Jäckchen zwar weiter bearbeite, aber nicht zur Vollendung bringe. Bis auf die Hälfte eines Seitenteils ist das Werk nun gediehen und mein Optimismus das gute Stück im Weihnachtsgeschäft zu tragen ist enorm gestiegen. Anstelle des traditionellen Schals werde ich mich dieses Jahr aber zwischendurch einem der witzigen und gut erklärten Einsteigerprojekte aus der Strickschule für Kinder von Dorling Kindersley widmen. Über eines der lustigen Tiere, äußerst originell ist die Fledermaus, freuen sich Nichte und Neffe bestimmt. Schaf, Katze, Pinguin und Eule sind auch ganz wunderbar, vor allem weil es sich letztlich immer um die gleiche Grundform handelt, das Ergebnis aber ein vollkommen anderes ist. Darüber hinaus bietet das in bekannter Dorling-Kindersley-Systematik gestaltete Buch mit der Schritt für Schritt Bildanleitung eine Vielzahl kleiner Geschenkideen und Übungsprojekte, die sich problemlos aus Wollresten realisieren lassen. Glücksbringer, Fingerpüppchen und kleine Taschen lassen sich zudem mit Perlen, Bändern und was sich sonst noch in der Handarbeitsrestekiste befindet verzieren. Bevor es jedoch losgeht, befindet sich am Anfang des Buches eine genaue Übersicht über das benötige Material und ein Fotogrundkurs, der in die Technik des Maschenanschlagens, das Stricken rechter und linker Maschen sowie das Abketten einführt.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 6 Jahre.

Tolle Wolle, Strickschule für Kinder mit fröhlichen Einsteigerprojekten: Dorling Kindersley, 2016, € 9,95.