Das schlaflose Buch

Ob Groß oder Klein, jeder kennt sie, diese Nächte, in denen man sich immer und immer wieder von einer auf die andere Seite wälzt, und einfach kein Auge zu tun kann. Guter Rat ist mit Schäfchen zählen weniger teuer als unsinnig und abgegriffen, Lavendeltee ist ein Geschmackserlebnis der besonderen Art und auch nicht jedermanns Sache. Lesen empfiehlt sich nicht, wenn man wenig Buchbegeistert ist, aber man könnte es ja mal wagen.

Ein Wagnis ist das Buch von Moni Port allemal. Nimmt man den Titel wörtlich, dann ist das Buch belebt und kann nicht schlafen. Das ist natürlich Unsinn, übt aber eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Man weiß, was gemeint ist und ist gespannt, was die Schlaflosigkeit ausgelöst hat. Genau das erfahren wir als Lesende nicht, nur das die Gedanken kreisen und kreisen. Wer nun glaubt der Gedankenstrom entführt in phantastische Welten, der irrt. Die in den Farben der Dämmerung und Nacht gehaltenen Seiten halten eine beeindruckende Vielzahl an Fakten bereit, die uns in die überraschende und wundersame Welt der Natur entführen. Anstoß hierfür ist ein Glas Wasser. Getrunken, in dem Bemühen endlich einzuschlafen, wenden sich die Gedanken aber zunächst dem Thema Wasser zu. Die Tatsache, dass das Herz eines Blauwals so viel wiegt wie ein VW-Käfer, führt die Gedanken zurück aufs Festland. Die Insekten führen geradewegs zu Heiratsbräuchen in Frankreich und Bulgarien und damit ist der Reigen der auf den ersten Blick vollkommen unsinnig anmutenden Zusammenhänge noch lange nicht beendet. Das Buch ist gleichermaßen Schatzkammer und Kuriositätenkabinett und lädt zum immer wieder lesen ein.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 5 Jahre. Auch für Leseanfänger geeignet.

Port, Moni: Das schlaflose Buch, Klett Kinderbuch, 2018, € 14,00

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