Der Wal nimmt ein Bad

Egal ob es draußen kalt oder warm ist, ein Wannenbad ist eine feine Sache, wenn man seine Ruhe haben möchte. Bei frösteligen Außentemperaturen wärmt es einen richtig schön auf und an heißen Sommertagen ist es eine willkommene Alternative zum nicht vorhandenen Planschbecken. Die kühlen Fluten sind erfrischend  und heben die Stimmung.

Kein Wunder, dass der Wal vollkommen eins mit sich und der Welt bzw. Badewanne die angenehme Ruhe des häuslichen Wellnessbereich genießt. Bis – ja, bis die Tür aufgeht und die Schildkröte mit Leidensmiene das Badezimmer betritt und ebenfalls in die Wanne möchte. Kann man einer Schildkröte mit Rückenschmerzen ein Wannenbad verwehren? Nein, kann man natürlich nicht. Ebensowenig wie man dem frierenden Bieber, dem schmutzigen Flamingo und all den anderen das schwippende, blubbsende, fluppschende, klitschen und klatschende Wasser vorenthalten kann. Anders als ein Swimmingpool ist eine Badewanne allerdings räumlich sehr begrenzt. Gefüllt mit sechs Badewilligen inklusive Schiff, wird aus dem Entspannungsbad schnell eine drangvolle Enge und die Freunde entpuppen sich als etwas anstrengend. Eine Lösung muss her und zwar schnell. Wie in den Weiten des Ozeans geht der Wal einfach auf Tauchstation, um unversehens im nächsten Moment wieder aufzutauchen und die Mitbadenden mit Schwung nach draußen zu befördern. Wer jetzt an Geschrei und Gezeter denkt, der irrt. Das Badewasser füllt nun den Raum, der genug Platz für Bieber, Flamingo und all die anderen bietet und der Wal rekelt sich genüsslich in der Badewanne und lässt Wasser nachlaufen.

Buchtipp von Minea Süss

Ab zwei Jahre.

Straßer, Susanne: Der Wal nimmt ein Bad, Peter Hammer Verlag, 2018, € 14,90.

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