Die Ballade von der gebrochenen Nase

Die Ballade von der gebrochenen NaseDie von seiner Mutter verordneten Boxstunden machen aus dem knapp dreizehnjährigen Bart weder einen muskelbepackten Draufgänger, noch wecken sie die Begeisterung für diesen Sport in dem Jungen. Bart bleibt was er ist. Ein höflicher, etwas schüchterner Fast-Teenager mit schmächtigem Körper, der es in den Trainingsstunden nicht über sich bringt, den Gegner anzugreifen.

Der Gegensatz zu seiner wahren Leidenschaft und einem unglaublichen, für die Außenwelt verborgenen, Naturtalent, könnte größer nicht sein. Bart kann begnadet singen. Sein Publikum ist allerdings sehr übersichtlich, besteht es doch hauptsächlich aus seiner Mutter und seiner Oma. Und auch diese kommen nur in den Genuss von Barts Stimme, wenn die Badezimmertür den direkten Blickkontakt verhindert. Neben all den Problemen, die das Leben mit einer Alkoholabhängigen und an Diabetes leidenden Mutter mit sich bringt, ist die Angst vor Publikum zu singen, Barts größtes Hindernis, zu sich selbst zu finden.

Arne Svingen erzählt in einem heiter-melancholischen Ton und führt die Lesenden langsam in die bedrückende Lebenswelt der sympathischen Hauptfigur ein. Wer zwischen den Zeilen liest, ist nicht überrascht, wenn nach und nach die prekären Verhältnisse zu Tage treten. Zwei Figuren, von denen man es zunächst nicht vermutet, sind schließlich maßgeblich daran beteiligt, dass es eine Wende in Barts Leben gibt und sich neue Perspektiven öffnen.

Lesetipp von Minea Süss

Ab 13 Jahre

Svingen, Arne: Die Ballade von der gebrochenen Nase, Boje Verlag, 12,99 €.

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