Die kleine Waldfibel

Es gibt Bücher, die sollte man nicht nur lesen, die sollte bzw. muss man einfach anfassen. „Die kleine Waldfibel“ von Linda Wolfsgruber ist ein solches Buch. Der einem Stück Holz nachempfundene Einband sieht täuschend echt aus und fühlt sich zudem tatsächlich an wie ein Stück Holz. Der eingeprägte Hirschkäfer und die Waldsilhouette erhöhen zusätzlich die Attraktivität des Einbands und haben bei mir dazu geführt, dass ich ein um das andere Mal versonnen mit der Hand über den Buchdeckel strich. Ist das Buch von außen schon ein kleines Kunstwerk, setzt sich dieser Eindruck auf das Schönste im Inneren fort. Unter gestalterischen aber auch inhaltlichen Aspekten setzt sich dieses schön gestaltete kleine Büchlein angenehm von der Titelvielzahl zu diesem ausgesprochen populären Thema ab.

Bevor auf der Sachebene wissenswertes rund um den Wald und seine Bewohner dargeboten wird, wird die Schönheit dieses Ortes auf sprachlicher Ebene in Form eines Liedes und eines Gedichts gewürdigt. Es folgt ein Spaziergang durch alle vier Jahreszeiten. Der Ertrag dieses Waldganges trägt ganz unterschiedliche Früchte. Rezeptvorschläge öffnen den Blick für die essbaren Früchte des Waldes, die sich über das Jahr verteilt finden und verarbeiten lassen. Die Hauptvertreter unter den Bäumen werden im Sommer und Winterkleid mitsamt ihrem Fruchtstand gezeigt. Besonders schön sind die Seiten, auf denen die Sommertracht auf Pergamentpapier gedruckt ist und sich leicht durchscheinend auf die laublose Jugendvariante des Baumes legt. Auf diese Weise wird nachvollziehbar, wie sich der jeweilige Baum vom Jugend bis ins Erwachsenenalter in seiner Gestalt verändert.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 9 Jahre.

Wolfsgruber, Linda: Die kleine Waldfibel, Kunstanstifter, 2020, € 22,00.

 

Kommentare sind geschlossen.