Dieses Leben gehört: Alan Cole

Jeder, der Geschwister hat, kennt die typischen Reibereien, großen und kleinen Streitigkeiten und die anschließende Versöhnung. Was Alan von seinem älteren Bruder Nathan erdulden muss, geht aber weit über das Maß an normalen Unstimmigkeiten und Ärgernissen hinaus. Nathan benutzt den Bruder, um all seine Wut und seinen Frust an diesem abzureagieren. Selbst vor Erpressung scheut er nicht zurück. Als ihm klar wird, dass sich Alan in einen Jungen verliebt hat, zwingt er ihm einen Bruderwettstreit auf, bei dem es gilt sieben Aufgaben innerhalb einer Woche zu lösen, ansonsten erfährt die ganze Schule von Alans Gefühlslage.

Alan selbst erzählt uns seine Geschichte und schon auf den ersten Seiten wird klar, dass es sich um einen besonderen Jungen handelt. Alan beobachtet sich und sein Umfeld sehr genau und ist in der Lage, entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Ausgestattet mit Humor, Selbstironie und einem sich langsam aber stetig entwickelnden Selbstbewusstsein, fügt sich Alan in sein Schicksal und lernt nicht nur die Hilfe von Zack und Madison anzunehmen, sondern sie auch endlich als das anzuerkennen, was sie sind: Seine besten Freunde.

Ganz nebenbei erhalten wir Einblick in Alans Familie und ahnen alsbald, dass der Grund für Nathans auffälliges Verhalten hier zu suchen ist. Unaufdringlich, ungekünstelt und mit einer für alle Beteiligten heilsamen Weitsicht, lässt Autor Eric Bell die weit in der Vergangenheit liegende Ursache für die Familienprobleme an die Oberfläche gelangen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es immer eine Lösung gibt, auch wenn der Weg dahin mehr als steinig ist und das sich Dinge und Menschen grundsätzlich ändern können.

Buchtipp von Minea Süss

Bell, Eric: Diese Leben gehört: Alan Cole, SauerländerFischer, 2018, € 14,00.

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