Faironomics – Ökologisch, Fair und Frei

Wie so oft im Leben lohnt sich bei diesem Titel nicht nur der zweite Blick, sondern in erste Linie die Lektüre. Als ich das Buch zum ersten Mal wahrgenommen habe, habe ich innerlich die Augen verdreht und es in die Schublade „Trittbrettfahrer“ gesteckt. Auf dem Weg an den Niederrhein stand ich dann kürzlich in der Kölner Bahnhofsbuchhandlung vor einem ganzen Stapel des von mir schmählich missachteten Titels und ertappte mich dabei, wie ich plötzlich höchst interessiert blätterte und blätterte. Wohlwissend, dass besagtes Buch im Bestand des „kleinen ladens“ e. V. ist, hatte ich aus dem Nichts das Gefühl, ich könnte ohne dieses Buch unmöglich weiterfahren. Also trug ich es zur Kasse und freute mich königlich über die erworbene Reiselektüre.

Bereut habe ich diesen Sportankauf keine Sekunde. Das Autorenpaar Ilona Koglin und Marek Rohde lässt uns in einem persönlichen Erfahrungsbericht an einem mehrere Jahre dauernden Prozess teilhaben, der ausgehend von ihrer inneren Haltung und dem daraus resultierenden Infrage stellen des eigenen Handelns schließlich ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Lange vor der „Fridays for Future“ – Bewegung haben die beiden angefangen zu überlegen, was sie auf Arbeits- und Privatebene ändern können, um die Welt ein Stück besser zu machen. Was sich hier nach verschwurbelter Öko- bzw. Sozialromantik anhört, entpuppt sich als knallharte Arbeit an sich selber und dem bewussten Inkaufnehmen immer wieder Anzuecken und sich von vielem zu trennen, was gesamtgesellschaftlich gesehen immer noch als unabdingbar gilt. Parallel zu ihren eigenen Erfahrungen kriegt der Leser konkrete Anleitungen an die Hand, wie er selber anfangen kann, diesen Weg zu beschreiten. Die zahlreichen Kurzporträts von Menschen, die ebenfalls aktiv geworden sind zeigen, dass wirklich jeder etwas bewirken kann.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 13 Jahre.

Koglin, Ilona; Rohde, Marek: Faironomics – Ökologisch, Fair und Frei, DTV, 2019, € 16,90.

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