Freibad – Ein ganzer Sommer unter dem Himmel

Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Einzelne Tage im März, die über die zwanzig Grad Marke geklettert sind, auch nicht. Angesichts solcher Temperaturen, wird das T-Shirt dennoch probehalber schon mal rausgeholt und das erste Eis wird genüsslich im Sonnenschein geschleckt. Bis letzteres inklusive Abkühlung im kühlen Nass im Freibad genossen werden kann, dauert es noch ein paar Wochen. Die Freibadsaison beginnt nicht nur in Will Gmehlings Geschichte im Mai, sondern im wahren Leben ebenfalls.

Die Begeisterung für Bewegung im Wasser kann ich zwar nachvollziehen, fühle mich selber allerdings in keinster Weise berufen, dies zu tun. Mit von Seite zu Seite wachsender Freude und gemütlich im warmen und trockenen Sessel sitzend habe ich die Freibadabenteuer der drei Bukowskis gelesen. Das Geschwisterkleeblatt Alfred, Robert und Katinka geht mit seinem unverbrüchlichem Optimismus, der Selbstverständlichkeit den leicht gehandicapten Bruder Robbie überall miteinzubeziehen und dafür zu sorgen, dass dieser Schwimmen lernt ans Herz. Der Zusammenhalt der gesamten Familie, getragen von dem Gedanken es sich und den Kindern auch mit übersichtlichen finanziellen Mitteln schön zu machen, kommt vollkommen unaufdringlich und authentisch daher. Die Eltern der Kinder arbeiten hart, sind aber jederzeit für den Nachwuchs da und bieten einen geregelten Tagesablauf mit vielen unscheinbaren Ritualen, die aus der Kinderperspektive erzählt, den hohen Stellenwert in Form von Vertrautheit und Verlässlichkeit widerspiegeln.

Nachdem die drei Kinder im Hallenbad ein Kleinkind gerettet haben, erhalten sie eine Freikarte für die gesamte Freibadsaison. Natürlich wären sie nicht die Bukowskis, wenn sie das gute Stück nicht nutzen würden. Alfred, Katinka und Robbie verpassen keinen einzigen Tag und damit auch kein Abenteuer und keine neue Bekanntschaft in dem großen Kreis der Freibadfreunde.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 10 Jahre.

Gmehlig, Will: Freibad – Ein ganzer Sommer unter dem Himmel, Peter Hammer Verlag, 2019, €14,00.

Kommentare sind geschlossen.