Helene & Alannah

Helene und AlannahHelene und ihre beste Freundin Alannah sind fast vier und gehen in die Kita in der Cerellestraße. Aus diesem Mikrokosmos entwickelt John Chambers zwölf heiter-nachdenkliche-unbedingt-der-kindlichen-Logik-folgende Geschichten, die gerade durch ihre Einfachheit in der Erzählstruktur und dem unbestechlichen Blick der Kinder amüsieren und überzeugen.

Die beiden Charakterköpfe Helene und Alannah gehen konsequent keinem Konflikt aus dem Weg, verlieren dabei aber nie ihre Freundschaft aus den Augen. Das Stimmungsspektrum der beiden Mädchen reicht von quietschvergnügt bis trotzig verstimmt und einfach sauer. Wenn Alannah ihrer, mangels Frühstück in schwerem Trotz gefangenen, Freundin eine Brücke im morgendlichen Stuhlkreis baut, indem sie ihr großzügig ihren Erdbeerjoghurt anbietet und „Helenepopenchen“ flötet, ist die Welt wieder in Ordnung und als Erwachsener möchte man wieder Kind sein. Zauberwörter wie diese entfalten ihre magische Wirkung leider nur sehr selten in der Welt der groß gewordenen Helenes und Alannahs. Umso mehr Freude macht es, beim Vorlesen gemeinsam mit den Kindern in die Welt der Kitakinder in der Cerellestraße einzutauchen und deren Alltag zu erleben. Und wie heilsam und befreiend kann es sein, wenn man beim Lesen und Gucken die Erfahrung macht, dass es neben schönen, witzigen und spannenden Dingen nicht nur die andere Seite gibt, sondern auch immer eine Lösung, die besonders gut gelingt, wenn man aufeinander zugeht.

Buchtipp von Minea Süss

Ab vier Jahre.

Chambers, John: Helene & Alannah, Geschichten aus dem Kindergarten, Hanser 2016, € 12,90.

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