Müll – Alles über die lästigste Sache der Welt

Mein Bemühen weniger Müll zu produzieren zeigt an manchen Stellen mittlerweile deutlich Wirkung, an anderen wiederum ist noch Luft nach oben. Angesichts meines beträchtlichen Verbrauchs an Tempotaschentüchern werde ich jetzt zum guten alten Stofftaschentuch zurückkehren. Ärgerlich, dass die hübsch bestickten von Oma nicht mehr existent sind. Hoffe jetzt auf die der Nichte zugeneigten Tanten, die sich von den gut gehüteten Stapeln blütenweißer Stofftücher, die seit Jahren in diversen Schubladen in tiefem Dornröschenschlaf liegen, großzügig trennen.

Das Thema Müll als solcher und insbesondere Plastikmüll ist in aller Munde und fast hat man das Gefühl, es sei bereits alles gesagt. Nach der Lektüre des hervorragend auf den Punkt gebrachten Buches von Gerda Raidt bin ich zu der Auffassung gelangt, dass man gar nicht genug davon reden, schreiben und in welcher Form auch immer davon berichten kann. Denn Müll ist nicht gleich Müll, also im Sinne von Abfall. Entscheidend ist an dieser Stelle die Perspektive, mit der man auf die Dinge, die man nicht mehr haben möchte schaut. Vieles ist noch brauchbar und kann weiter verwendet werden. Gut verständlich in Wort und Bild, erzählt die Autorin in dem schmalen Band nicht nur die Geschichte von Müllbergen, sondern sie erzählt auch, wie es dazu gekommen ist. Im eigentlichen Sinn ist es eine Geschichte unserer Zivilisation und des damit zusammenhängenden, Konsums. Die Formel am Ende lautet schlicht: Je größer der Konsum, desto größer auch der Müllberg. Da liegt natürlich die Frage nahe, wie das eigentlich früher war. Auch diesen Aspekt bindet die Autorin unaufdringlich in ihre Betrachtungen mit ein. Die Texte sind dabei so kurz und übersichtlich gehalten, dass sie sowohl inhaltlich als auch vom Druckbild für Leseanfänger ab der zweiten Klasse geeignet sind.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 7 Jahre.

Raidt, Gerda: Müll – Alles über die lästigste Sache der Welt, Beltz und Gelberg, 2019,€ 14,95

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