Nur Mut, kleiner Luis

Wenn man in der Schule weit und breit der einzige Wolf ist, kann einem schon mal angst und bange werden. Allein unter rosa leuchtenden Schweinen, fällt man halt auf. Luis hat dunkles Fell, spitze, aufrechte Ohren, einen langen Schwanz und scharfe Zähne. Im Wortsinn zeigt er diese, als es in den Pausen zunehmend ungemütlich für ihn wird. Von den anderen nur misstrauisch beäugt, gehen Julian und seine drei Bandenmitglieder in die Offensive und hänseln den neuen Mitschüler.

„Haare, Haare, überall am Kopf und an den Beinen! Haare wie die Kuh im Stall so hässlich kenn ich keinen!“

Das Luis sich aufgrund dieses Spottlieds still an die Mauer setzt ist nachvollziehbar. Zu seinem großen Erstaunen bekommt er aber schon am nächsten Tag Gesellschaft. Jojo setzt sich zu ihm und beweist Mut und innere Stärke, als er von Maximilian nachdrücklich dazu aufgefordert wird, sich am Schweinshüpfen zu beteiligen. Genau an der Stelle blitzt der typische Humor von Mario Ramos auf. Jojo findet die „Schweinchenspiele“ nämlich nicht nur blöd, sondern erwähnt auch ausdrücklich, dass er „lieber Großer Böser Wolf“ spielt und damit ziemlich alleine dasteht. Nun wendet sich das Blatt. Luis ist begeistert von der Idee und schon geht es los. Der Rollen- und Perspektivenwechsel ist wunderbar. Das Schwein jagt den Wolf und der fühlt sich als vermeintliches Opfer sauwohl. Am Ende ist Luis nämlich schneller und somit hat jeder sein Erfolgserlebnis. Richtig spannend wird es aber erst, als Luis krank wird und der Freund ihn besucht. Genau in der Situation offenbart sich Luis eigentliches Problem: auf seinem Schulweg muss er an den „drei dicken, bösen, gemeinen Kerlen“ vorbei. Ob ihm Jojo hierbei auch helfen kann?

Buchtipp von Minea Süss

Ab 7 Jahre.

Ramos, Mario: Nur Mut, kleiner Luis, Moritz Verlag, 2006, € 9,95.

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