Short – Manchmal wächst man über sich hinaus.

Mit 1,64 m großzügig gemessener Körperlänge, bin ich drei Zentimeter weniger lang als die bundesweite Durchschnittsfrau. Meine Brüder überragen mich alle drei um mehr als Haupteslänge, meine Schwester hat Längentechnisch noch weniger abbekommen als ich. Gestört hat uns beide das noch nie, obwohl wir es gewohnt sind, als klein bezeichnet zu werden. Sicherlich ist es in erster Linie unseren Eltern – beide werden von ihren Söhnen ebenfalls um mehr als Haupteslänge überragt – zu verdanken, dass wir uns nie klein gefühlt haben.

Bis Julia unfreiwillig ein Gespräch ihrer Eltern mitbekommt, fühlt sie sich auch nicht klein oder zu klein für ihr Alter. Die Bemerkung ihres Vaters: „Gott sei Dank ist Julia ein Mädchen. Stell dir vor, sie wäre ein Junge und derart zu kurz geraten!“, verunsichert sie allerdings zutiefst. Auf der einen Seite ist sie sich der Liebe ihrer Eltern gewiss und auf der anderen Seite, fallen ihr plötzlich tausend Dinge ein, die sie auch im Alltag als „zu klein“ erscheinen lassen. Als kurz vor den Sommerferien auch noch der geliebte Hund stirbt, kommt das Mädchen aus dem Hadern und Traurigsein gar nicht mehr hinaus.

Um dem Kind ein Erfolgserlebnis zu verschaffen, schlägt die Mutter Julia und ihrem jüngeren Bruder vor in den Sommerferien an einem Theaterprojekt teilzunehmen. Als beide Kinder eine Rolle bekommen, beginnt für die ganze Familie eine wunderbare Zeit. Julia erzählt aus ihrer Sicht und lässt uns Stück für Stück mitwachsen, wenn sie ihre Fröhlichkeit   und ihr natürliches Selbstbewusstsein zurückgewinnt.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 11 Jahre.

Sloan Goldberg, Holly: Short – Manchmal wächst man über sich hinaus., Hanser, 2018, € 16,00.

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