So isst die Welt

„Was gibt es zu essen?“ Bei Familientreffen ist dies die Begrüßungsformel meiner Brüder. Kein gesittetes „Guten Tag, wie geht es Dir?“ nein, es wird sofort in Erfahrung gebracht, was ohnehin gleich auf den Tisch kommt. Um sicherzustellen, dass der kleine Hunger nach der Hauptmahlzeit auch gestillt werden kann, schließt sich an die obligatorische Frage unmittelbar der Gang zum Kühlschrank an. Dort ist dann Rudelgucken angesagt und nicht selten reserviert man sich das eine oder andere Leckerchen schon mal, damit bloß keiner auf die Idee kommt, sich einfach so zu bedienen. Nein,  Mangel hat bei uns nicht geherrscht, auch die Nachbarskinder sind immer mit satt geworden. Alle Brüder erfreuen sich eines sehr guten Einkommens und trotzdem könnte man meinen das Leben sei von einer kurz bevorstehenden Hungersnot beherrscht und der eigene Kühlschrank leer. Der Gerechtigkeit halber muss ich zugeben, dass ich auch sehr gerne esse und den Inhalt im elterlichen Kühlschrank ebenfalls interessant finde. Mitbringsel aus dem Urlaub bestehen bei uns allen aus landestypischen Spezialitäten. Und um diese ausfindig zu machen, studieren wir jetzt vor jeder Reise mit Begeisterung den Atlas „So isst die Welt“. In den Karten sind mit Piktogrammen nicht nur Zutaten und Tiere, sondern auch Landestypische Produkte und Gerichte sowie Tiere, die nicht auf dem Speisezettel stehen verzeichnet. Hauptstädte und berühmte Sehenswürdigkeiten runden die Informationen ab. Ein kurzer Text führt in die Essgewohnheiten des jeweiligen Landes ein und macht Lust auf mehr. Begeben Sie sich auf die Suche nach der Kartoffel Asterix. Es sei nur so viel verraten, dass die Knolle nicht aus dem Heimatland der berühmten Comicfigur stammt.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 5 Jahre.

Malerba, Giulia; Sillani, Febe: So isst die Welt, Entdecke fremde Länder und was dort auf den Tisch kommt, riva, 2017, € 16,99

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