Tausend Tipps für Feiglinge

Eigentlich mangelt es Robert an nichts. Er lebt mit seinen Eltern, seiner Schwester, Oma und Hund in  einer schicken Pariser Stadtvilla und könnte sich nach Herzenslust des Lebens erfreuen. Am Wochenende vervollständigen Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins die Familie und essen gemeinsam zu Mittag. Aber genau bei diesen lebhaften Zusammenkünften, wird schon ein Problem von Robert deutlich. Er neigt zu Missgeschicken. Schon mehr als einmal ist ihm der Suppenlöffel entglitten. Das Resultat war jedes Mal ein hübsches Spritzmuster auf Tante Beatrices Bluse.

Das größte Problem aber ist sein nicht vorhandener Mut. Um mutiger zu werden, hat er sich extra einen Ratgeber besorgt. Diesen liest er nun mit großer Hingabe in jeder freien Minute in seinem Geheimbüro. Erste Erfolge zeichnen sich ab, als er seine Höhenangst überwindet und seine Oma von der Bibliotheksleiter rettet. Ofelia, Tochter des Gemüsehändlers und erste Wahl, wenn es um eine Wunschfreundin geht, traut er sich aber nicht anzusprechen. Bei einem zufälligen Zusammentreffen im Park verschlägt es dem armen Jungen im Wortsinn die Sprache, als Ofelia ihn auf seinen Hund anspricht. Da ist guter Rat teuer, aber wie so oft im Leben liegt die Lösung näher als man denkt. Robert beweist Mut und Courage, muss am Ende aber leicht ernüchtert feststellen, dass sich in seinen Träumen manches leichter fügt als im wahren Leben. Mit schrägem Witz und viel Sinn für die alltäglichen Nöte von Grundschulkindern erzählt Eva Susso äußerst originell und unangepasst von einem Phänomen das jeder kennt, über das man aber nicht gerne spricht. Aufgrund der etwas größeren Schrift eignet sich das Buch wunderbar zum Selberlesen für Leseanfänger.

Buchtipp von Minea Süss

Ab 8 Jahre.

Susso, Eva: Tausend Tipps für Feiglinge, Gerstenberg, 2018, € 9,95.

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